Teilrückzug geplant
EADS stellt Rüstungsgeschäft zur Disposition

Nachdem die Fusionspläne mit der britischen BAE Systems scheiterten, stellt EADS-Chef Tom Enders nun Teile des Rüstungsgeschäfts auf den Prüfstand. In einigen Bereichen bestehe besonderer Handlungsbedarf.
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BerlinDer europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS erwägt, Teile des Rüstungsgeschäfts vom Konzern abzutrennen. "Wir werden sicher sehr genau hinschauen, welches Geschäft wir weiter betreiben sollten im Hinblick auf Rentabilität und Marktperspektive und welches Geschäft möglicherweise in einem Joint Venture oder unter anderer Eigentümerschaft eine bessere Zukunft haben könnte", sagte Konzernchef Tom Enders der "Welt".

EADS war im vergangenen Jahr am politischen Widerstand mit dem Plan gescheitert, mit dem britischen Rüstungsunternehmen BAE Systems zu fusionieren. Als Reaktion darauf hatte Enders angekündigt, die Konzernstrategie zu überprüfen.

Dass er langfristig wieder Fusionspläne mit BAE Systems aus der Schublade holen wird, schloss Enders nicht aus. "Sag niemals nie - das ist doch völlig klar in der Geschäftswelt, aber erwarten Sie in absehbarer Zeit keine Initiative in dieser Richtung."

Eine völlige Aufgabe des Rüstungsgeschäfts plant EADS nach Enders Worten nicht: "Unser Verteidigungsgeschäft ist mit zwölf Milliarden Euro Umsatz das größte in Europa. Wir sind sehr gut positioniert mit den großen Luftfahrtprojekten, auch für die Neuorientierung der meisten Streitkräfte, bei denen etwa Lufttransport selbst in Zeiten von Budgetengpässen auch in Zukunft stark nachgefragt sein wird.

Aber wir überlegen, ob und wie wir das Verteidigungsgeschäft stärker konsolidieren können." Besonderen Handlungsbedarf sieht er dabei in der Marine- und Landsystemindustrie. Da sei bislang relativ wenig passiert. "Auch beim Eurofighter sehe ich eine Notwendigkeit für mehr industrielle Integration."

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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