Teilverkauf an Südkoreaner
Bei Agfa Photo werden wieder „rohe“ Filme produziert

Ein Teil der Filmproduktion des insolventen Traditionsunternehmens Agfa Photo läuft wieder an. Ein südkoreanischer Konzern hat einen Zweig aufgekauft. 50 Mitarbeiter, die momentan in einer Beschäftigungsgesellschaft untergebracht sind, werden übernommen. Vielleicht werden es sogar mehr.

HB/der DÜSSELDORF. Teile der Filmsparte seien an Hyosung verkauft worden, teilte Agfa Photo am Mittwoch mit. Damit könne die entsprechende Produktion am Standort Leverkusen wieder aufgenommen werden. Zum Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden.

Bei dem verkauften Bereich handelt es sich um die Filmfolien-Herstellung. Filmfolien sind das Trägermaterial des eigentlich Films. Unter anderem der Schwarz-Weiß-Film-Hersteller Ilford aus Großbritannien hatte Interesse an dem Material geäußert. Das Unternehmen benötigt die Filmfolien als Grundstoff für ihre eigenen Filme.

Agfa Photo habe seit der Insolvenz im Mai 2005 vielfaches Interesse an einer Fortführung der Filmfolien-Produktion vernommen, sagte der Insolvenzverwalter Andreas Ringstmeier. Hyosung habe sich mit seinem Geschäftsmodell im Bieterverfahren durchgesetzt, weil es die meisten Arbeitsplätze in diesem Unternehmensbereich sichere. Der Markt für Filmfolien sei ein Wachstumsmarkt.

In dem ursprünglichen Fabrikgebäude werde nun umgehend mit Hilfe von Hyosung die Produktion mit 50 ehemaligen Beschäftigten neu gestartet, die bislang in einer Beschäftigungsgesellschaft untergebracht waren. Bis zum Ende des Geschäftsjahres solle die Mitarbeiterzahl auf 70 steigen.

Dass die eigentliche Filmproduktion bei Agfa in Leverkusen nochmal anläuft, ist allerdings unwahrscheinlich, wie es aus dem Unternehmen selbst heißt. Dafür ist der Markt durch das Vordringen der Digitalfotografie zu klein geworden. Außerdem gibt es Markenstreitigkeiten zwischen der ehemaligen Mutter Agfa-Gaevert und der Agfa Photo Holding, die anders als die produzierende GmbH nicht insolvent ist. Um wenigstens einen Teil der ehemals 1 800 Arbeitsplätze zu retten, versucht Insolvenzverwalter Ringstmeier Nischenbereiche zu verkaufen.

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