Teldafax-Affäre
Ein Unternehmen dementiert sich

Der Billigstromanbieter Teldafax besteht darauf, dass er weder überschuldet noch insolvenzgefährdet sei. Doch interne Papiere werfen Fragen auf. Wie die Manager die Situation darstellen, was in den Dokumenten steht und was der ehemalige Teldefax-Finanzchef sagt. Protokoll einer Affäre.
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DÜSSELDORF. Viele Unternehmen machen kühne Versprechungen. Manche halten sie ein, manche nicht. Andere Unternehmen mögen kaum etwas sagen. Anfragen bei Aldi oder Schlecker gelten bei Journalisten meist als aussichtslos. Und dann gibt es noch den Billigstromanbieter Teldafax aus Troisdorf. Dessen Führung dementierte sich in dieser Woche einfach selbst.

Das Handelsblatt berichtete am Mittwoch, Teldafax sei in einer gravierenden finanziellen Schieflage. Der Zeitung liegt eine umfangreiche interne Dokumentation der Problematik vor. Immer wieder wurde vor einer drohenden Überschuldung der Firma gewarnt. Vorstände der Firma hatten daraufhin im Gespräch mit dieser Zeitung eingeräumt, dass Teldafax seit eineinhalb Jahren in Schwierigkeiten stecke.

Seit dieser Zeit spreche das Management mit Wirtschaftsprüfern über den Fortbestand des Unternehmens. Inzwischen sei eine Lösung in Sicht.

Nach Veröffentlichung erklärte Teldafax-Vorstandschef Klaus Bath: "Wir weisen entschieden die heute im Handelsblatt erhobenen Vermutungen einer drohenden Überschuldung unseres Unternehmens als unwahr und falsch zurück."

Die internen Unterlagen jedoch sprechen eine andere Sprache. In einer Mail vom 24. September 2010 an seinen Vorstandskollegen schrieb Bath, bei Teldafax bestehe auch bei wohlwollender Betrachtung der Zahlen "aktuell eine Liquiditätslücke von rund 20 Mio. Euro. Die gefährdet aus meiner Sicht auch immer noch das Sanierungsgutachten."

Im Gespräch mit dem Handelsblatt am Dienstag versuchten die Vorstände, diese Aussage zu relativieren. Bath sei von falschen Voraussetzungen ausgegangen. Grund hierfür sei unter anderem die Umstellung der Finanzbuchhaltungssoftware. Deshalb seien zwölf Millionen Euro zu wenig eingezogen worden.

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  • Es ist doch immer wieder das selbe.... intelligente und qualifizierte werden niedergemacht und auch noch öffentlich mit bedroht. bestes besispiel ist der ehemalige Teldafax-Finanzchef Assadi.

    "Als Finanzvorstand sah ich mich gezwungen, konsequent zu handeln und bereitete einen insolvenzantrag vor. Daraufhin wurde ich am 26. Oktober 2009 vom Aufsichtsrat als Vorstand abberufen."

    Wie lange wird wohl die Justiz noch zuschauen und endlich ein Unternehmen und dessen Vertreter unter die Lupe nehmen?

    Müssen erst die kleinen bürger ihr Geld verlieren und Pleite gehen?

    Mein Kompliment an die Handelsblatt Redaktion. Dem Assadi kann man auch für seine Aufrichtigkeit und wohl vorhandener Moralvorstellung bewundern.

    Dazu kann ich nur eins sagen: "weiter so, Deutschland braucht Vorstände wie Sie".



  • Wie schon beim vorherigen Artikel kommentiert: Schade um die Kunden, die nun ihre Vorauszahlung verlieren.
    Eigentlich soll aber die bundesnetzagentur das prüfen, was den Kunden verboten ist: Einblick in bücher um die Seriösität des Angebots prüfen zu können.

    Doch ähnlich wie bei illegaler Telefonwerbung tut die Netzagentur wohl nichts, würde im Schadensfall niemals Entschädigung für ihre miese Arbeit zahlen. Einzige Entschuldigung: Sie selbst wäre von TelDaFax belogen worden, dann müsste aber jemand bei TelDaFax strafbar und haftbar sein.

    Es ist immer das übliche: Nicht der Kunde ist insolvent, sondern die Firma. Und im Gegensatz zum Kunden, für den eine Privatinsolvenz schwierig ist (7 Jahre Wohlverhalten) kann eine Firma von heute auf morgen zu machen, und vorher noch das blaue vom Himmel herunterlügen.

    SPERRT SiE ALLE EiN!

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