Teldafax: Drei Klagen gegen Bayer Leverkusen

TeldafaxDrei Klagen gegen Bayer Leverkusen

Sportlich läuft es derzeit super für die Mannschaft von Rudi Völler. Doch sein Werbeslogan „Wechseln is’n Klax. Mit Teldafax!“ kommt den Verein teuer zu stehen. Viel teurer, als Bayer Leverkusen dies wahrhaben will.
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DüsseldorfBeim Fußball-Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen herrscht offenbar große Verwirrung darüber, wie schwer die Altlast aus der Kooperation mit dem Skandalunternehmen Teldafax wiegt. Wie Bayer am Montag mitteilte, belaufe sich die Rückforderung des Insolvenzverwalters von Teldafax auf 4,4 Millionen Euro – nur ein Bruchteil der gut 16 Millionen Euro also, die der Teldafax-Insolvenzverwalter Biner Bähr bisher gegenüber Gläubigern angegeben hatte. Für Bayer wäre dies eine große Entlastung.

Recherchen des Handelsblatts aber ergaben, dass Bayer sich keine großen Hoffnungen machen sollte. Der Verein geht laut eigenen Angaben bisher davon aus, dass es zwei Klagen des Insolvenzverwalters gibt. Dies ist zu kurz gedacht. Die weitaus größte Forderung steckt in einer dritten Klage, von der Bayer offenbar noch gar nichts weiß.

Durch die teils undurchsichtige Aufstellung der Unternehmensgruppe erstreckte sich die Zusammenarbeit zwischen Teldafax und Bayer 04 über drei Gesellschaften des inzwischen untergegangenen Billigstromanbieters  Die erste Klage des Insolvenzverwalters stammt aus der Geschäftsbeziehung zwischen Bayer 04 Leverkusen und der Teldafax Services GmbH und beläuft sich auf 1,92 Millionen Euro. Die zweite Forderung stammt aus der Beziehung zur Teldafax Holding AG – und wird mit 2,43 Millionen Euro beziffert. Die größte Klage aber trifft die Zahlungen der Teldafax Marketing GmbH an Bayer – hier stehen 11,7 Millionen Euro im Feuer. Weder Bayer noch der Insolvenzverwalter wollten sich zu den Details der Klage äußern.

Der Insolvenzverwalter begründet seine Gesamtforderung von 16 Millionen Euro plus Zinsen damit, dass dieses Geld zwischen 2009 und 2011 von Teldafax an Bayer 04 floss – einem Zeitraum also, als Teldafax bereits überschuldet war und Bayer von der Schieflage seines Geschäftspartners wusste. Schriftverkehr belegt, dass der Geschäftsführung Wolfgang Holzhäuser sich schon im Oktober 2009 über ausbleibende Sponsoring-Raten von Teldafax beklagte. Trotz aller Alarmzeichen aber kassierte Bayer weiter, betrieb Werbung für Teldafax und half so, zehntausende neuer Kunden in das Schneeballsystem zu locken. Erst im Mai 2011 kündigte Bayer den Vertrag, im Juni meldete Teldafax Insolvenz an. Der Schaden der Gläubiger liegt bei 500 Millionen Euro.

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  • Leverkusen hat die 16 Millionen schon zurückgelegt aus den Vidal einahmen und den einahmen aus der cl des letzen Jahr! Und sie können mir Glauben das die Bayer AG genau weiß was sie tut. Die werden schon ihre besten Anwälte rausschicken!

  • Für mich stellt sich die Sache ganz klar dar. Hier hat der Insolvenzverwalter auf Zeit gespielt. Seit vergangenen Samstag steht fest, dass Bayer Leverkusen in der nächsten Saison in der Champions League spielt und garantierte Einnahmen von 20 Millionen EUR verbuchen kann. Jetzt kann sich der Raffzahn (Insolvenzverwalter) genüßlich zurücklehnen und die 16 Mio.+Zinsen einfordern. Ich hoffe aber, dass Bayer 04 die besten Anwälte engagiert und nur ein Bruchteil der Summe zahlen muss. Warum sollte man einem kriminellen System mit einem Versagermanagement erster Güte Geld hinterherschmeißen. Die 20 Mio kann Leverkusen gut in neue Spieler investieren.

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