Telekommunikation
Telefonica-Gewinn wächst langsamer

Der Gewinn der O2-Mutter Telefonica ist in den ersten neun Monaten nahezu stagniert. Neben der Mobilfunktochter o2, mit der Telefonica in Deutschland vertreten ist, übernehmen die Spanier nun auch den Hamburger Hansenet-Konzern mit seiner Internet- und Telefonmarke „Alice“.
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rtr MADRID/DÜSSELDORF. Der spanische Telekommunikationskonzern Telefonica hat dank seines Lateinamerika-Geschäfts und Kostensenkungen nach neun Monaten einen stabilen Gewinn erzielt. Das schwächelnde Geschäft am Heimatmarkt berappelte sich zudem im dritten Quartal etwas. Am deutschen Markt schlug sich die Tochter Telefonica O2 Germany mit ihrem Mobilfunk- und Internetgeschäft besser als die Konkurrenz. Hierzulande verstärken sich die Spanier durch die Übernahme der Hamburger Hansenet von Telecom Italia. Das Geschäft soll im ersten Quartal abgeschlossen sein.

Wie Telefonica am Donnerstag mitteilte, fiel der Umsatz von Januar bis September um 3,3 Prozent auf 41,7 Mrd. Euro. Analysten hatten mit 41,9 Mrd. Euro gerechnet. Der operative Gewinn vor Abschreibungen ging um 2,2 Prozent auf 16,7 Mrd. Euro zurück und traf damit die Schätzung. Netto verdiente Telefonica stabil 5,6 Mrd. Euro.

Lateinamerika war in den ersten neun Monaten die einzige Wachstumsregion der Spanier und konnte einige der sonstigen Rückgänge wettmachen - trotz negativer Währungseinflüsse. Der spanische Markt, der immer noch ein Drittel des Telefonica-Umsatzes ausmacht, verbuchte einen Rückgang der Mobilfunkerlöse von acht Prozent. Dies ist ein Prozentpunkt weniger als im Vorquartal.

Vodafone hatte für das abgelaufene Quartal einen Umsatzrückgang von 4,4 Prozent ausgewiesen. Die Deutsche Telekom erlöste im Deutschland-Geschäft zwei Prozent weniger, das operative Ergebnis ging um 3,3 Prozent zurück.

Der deutsche Telefonica-Ableger O2 Germany hat sich im dritten Quartal mit seinem Mobilfunk- und Internetangebot bei Umsatz und Ergebnis besser geschlagen als die Konkurrenz. Das Unternehmen gewann von Juli bis September fast eine halbe Million Neukunden, was den Umsatz zum Vorjahr um 5,5 Prozent auf einen Rekordwert von 966 Mio. Euro erhöhte. Das operative Ergebnis stieg sogar um 25 Prozent auf 242 Mio. Euro. Finanzchef Andre Krause begründete dies unter anderem mit geringeren Kosten für die Kundengewinnung und für die Nutzung des T-Mobile-Netzes durch den eigenen Netzausbau.

Getrieben durch einen im Mai gestarteten Tarif gewann O2 im Quartal 468 000 Kunden und damit nur knapp weniger als der Konkurrent E-Plus, der mit zahlreichen Marken seit Quartalen kräftig wächst. Die Deutsche-Telekom-Tochter T-Mobile hatte netto 227 000 Kunden gewonnen, der zweite große Anbieter Vodafone hatte zum Vorquartal relativ stabile Kundenzahlen ausgewiesen. Beim Mobilfunk-Service-Umsatz büßte auch O2 leicht 0,4 Prozent ein, schlug sich damit aber besser als E-Plus und vor allem Vodafone. Lediglich T-Mobile schaffte ein leichtes Umsatzplus im Quartal. Jedoch reduzierte sich anders als bei E-Plus und O2 bei T-Mobile der operative Gewinn, und zwar um 4,6 Prozent. Vodafone wies kein Ergebnis aus.

Das DSL-Geschäft miteinbezogen schlug sich O2 besser als Telekom und Vodafone. Vodafone hatte einen Umsatzrückgang von 4,4 Prozent ausgewiesen. Die Telekom erlöste im Deutschland-Geschäft zwei Prozent weniger, das operative Ergebnis ging um 3,3 Prozent zurück. Über die eigene Tochter O2 gewann Telefonica 19 000 DSL-Anschlüsse. Vodafone hatte direkt 129 000 Kunden gewonnen, die Telekom netto 72 000.

Alle Anbieter vermieten ihr Netz jedoch auch an andere. Telefonica macht sein Internetgeschäft - abgesehen von der Tochter O2 - bislang nur über Wettbewerber. Mit dem beschlossenen Zukauf von Hansenet, das Telecom Italia für 900 Mio. Euro abgibt, setzt Telefonica nun verstärkt den Fuß in den Endkundenmarkt. Der Abschluss des Geschäfts werde im ersten Quartal 2010 erwartet, sagte Krause.

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