Telekommunikation
Telekom erneut mit Datenskandal

Die deutsche Telekom hat einen weiteren Datenskandal am Hals: Bei der britischen Tochter T-Mobile UK hat ein Mitarbeiter Kundendaten an die Konkurrenz verkauft. Seit der sogenannten "Spitzelaffäre" geriet die Telekom wegen Datenmissbrauchs immer wieder in die Schlagzeilen.
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HB LONDON. Neuer Datenskandal bei der Deutschen Telekom: Die britische Mobilfunktochter T-Mobile UK räumte am Dienstag ein, dass ein Mitarbeiter persönliche Daten Tausender Kunden ohne Wissen des Konzerns an rivalisierende Unternehmen verkauft hat. Es sei zutiefst bedauerlich, dass Kunden-Informationen auf diese Weise veruntreut worden seien, erklärte das Unternehmen.

T-Mobile UK habe bereits mit der britischen Datenschutzbehörde (ICO) Kontakt aufgenommen und gehe von einer strafrechtlichen Verfolgung des Angestellten aus. Die Telekom-Tochter betonte, sie habe immer mit den Behörden kooperiert, um dieses grundsätzliche Branchenproblem auszumerzen.

ICO-Chef Christopher Graham sagte, die Kundendaten seien für eine „beträchtliche Summe“ an Mitarbeiter von Konkurrenten gegangen. Dabei habe es sich unter anderem um Namen, Adressen und Vertragsdauer gehandelt. Die T-Mobile UK-Rivalen hätten die Daten genutzt, um die betroffenen Personen anzurufen und ihnen neue Verträge anzubieten.

„Viele Menschen werden sich darüber gewundert haben, warum sie unmittelbar vor Ablauf ihres bestehenden Mobilfunkvertrags von jemanden kontaktiert wurden, den sie nicht kennen“, sagte Graham, dessen Behörde im Zuge ihrer Untersuchungen mehrere Räumlichkeiten durchsucht hatte.

Die Telekom hat seit einigen Jahren mit einer Reihe von Datenskandalen wie der sogenannten Spitzelaffäre zu kämpfen, bei der es zu missbräuchlicher Nutzung von Verbindungsdaten gekommen ist. So räumte der Konzern beispielsweise vor einem Jahr ein, dass persönliche Daten von Mio. T-Mobile-Kunden in fremde Hände gelangt sind.

2007 stahl die Zeitarbeitskraft eines Call-Centers in Bremerhaven Zugangskennungen, um sie für ihr eigenes Unternehmen zu nutzen, und im Juni erhielt ein Vertriebspartner ein Kaufangebot für 70 000 Datensätze der Festnetzsparte.

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