Telekommunikationsausrüster
Alcatel und Lucent fusionieren

Der französische Telekommunikationsausrüster Alcatel und sein US-Konkurrent Lucent Technologies haben sich auf einen Zusammenschluss verständigt. Damit wollen sie zur weltweiten Nummer eins der Branche aufsteigen. Auch die Posten im neuen Unternehmen sind schon verteilt.

HB PARIS. Die Entscheidung teilten beide Unternehmen am Sonntag in Paris mit. Die Fusion schafft einen Konzern mit einem Umsatz von 21 Milliarden Euro. Das Einsparvolumen durch die Fusion bezifferten Alcatel und Lucent auf 1,4 Milliarden Euro binnen drei Jahren. Die Gesamtbelegschaft beider Unternehmen soll den Angaben zufolge um 10 Prozent reduziert werden. Derzeit hat Alcatel rund 55 700 und Lucent 30 500 Mitarbeiter.

Nach den Angaben soll Alcatel rund 60 Prozent des Kapitals und Lucent 40 Prozent des Kapitals der neuen Gesellschaft besitzen. Im Rahmen der Transaktion sollen die Lucent-Aktionäre je Titel 0,1952 American Depositary Share auf Alcatel-Aktien erhalten. Das fusionierte Unternehmen soll seinen Sitz in Paris haben und von Lucent-Chefin Patricia Russo geführt werden. Ihr Alcatel-Kollege Serge Tchuruk soll der Verwaltungsratsvorsitzende werden. Der Verwaltungsrat werde mit je sieben Vertretern von Lucent und Alcatel besetzt. Zusätzlich würden zwei unabhängige Verwaltungsratsmitglieder gesucht, auf die sich beide Parteien verständigen sollen.

Die Gespräche über eine Fusion laufen seit einer Woche. Mit dem Zusammenschluss werde auf den starken Wettbewerb im Markt für Telekomausrüstungen reagiert, teilten die Firmen mit. Analysten ergänzten, das Unternehmen sei dank des Zusammenschlusses in einer besseren Position bei Preisverhandlungen mit den Telekommunikationsgesellschaften. Für Alcatel würde sich zudem die Möglichkeit eröffnen, in die USA zu expandieren.

Hinsichtlich Geographie, Produkten und Dienstleistungen passten die beiden Unternehmen „unglaublich gut“ zusammen, hatte Tony DeSpirito bereits vor Bekanntwerden des Fusionsbeschlusses gesagt. Er ist Portfolio-Manager bei Pzena Investment Management LLC, einem der größten Lucent-Anteilseigner. „Es ist eine hübsche Liaison.“ Lucent könnte die Fusion neues Leben einhauchen. Ein Problem des Unternehmens ist nach Ansicht von Analysten, dass seine Produkte nicht auf dem neuesten Stand sind.

Um Bedenken der US-Regierung zu zerstreuen, wird eine unabhängige Sparte gegründet, die für die Abwicklung von Aufträgen der US-Behörden zuständig sein soll. Diese Sparte soll von drei US-Bürgern geleitet werden, die mit Zustimmung der dortigen Behörden ausgewählt werden sollen.

Die transatlantische Fusion war zuletzt wegen der Pläne Alacatels auf Schwierigkeiten gestoßen, seinen Anteil am Rüstungskonzern Thales aufzustocken. Alcatel kündigte am Sonntag an, die Gespräche darüber fortzusetzen. Bei Bekanntgabe der Fusionspläne in der vergangenen Woche hatten beide Unternehmen gemeinsam einen Börsenwert von 28 Mrd. Euro.

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