Tesa-Verkauf ausgeschlossen
Beiersdorf sondiert für Zukäufe US-Markt

Der Hamburger Kosmetikkonzern Beiersdorf streckt wenige Wochen nach der Klärung seiner Aktionärsstruktur seine Fühler über den großen Teich aus. Den größten Kosmetikmarkt der Welt hat der Konzern bislang kaum beackert.

HB HAMBURG. „Ein Zukauf in den USA wäre sehr schön“, sagte Kunisch am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. „Wir haben in den letzten vier Jahren nicht akquiriert, und das lag sicher auch an der Unruhe im Aktionärskreis“, fügte er hinzu. Den finanziellen Spielraum für Zukäufe, aber auch für den geplanten Rückkauf von eigenen Aktien bezifferte Kunisch auf rund 2,5 Mrd. €. Konkrete Gespräche mit möglichen Übernahmekandidaten gebe es derzeit aber nicht. Der Beiersdorf-Chef machte zudem erneut deutlich, dass die Klebstofftochter Tesa derzeit nicht verkauft werden soll.

Beiersdorf erzielt weit mehr als zwei Drittel seines Jahresumsatzes von zuletzt fast fünf Mrd. € in Europa mit Schwerpunkt Deutschland. Auf Amerika entfielen dabei 2002 fast 20 %. Asien, Afrika und Australien trugen gemeinsam weitere knapp elf Prozent zum Konzernumsatz bei. Analysten erwarten schon seit längerem, dass Beiersdorf vor allem seine Präsenz durch Zukäufe in den USA ausbaut.

Beiersdorf beteiligt sich mit einer Investorengruppe um den Kaffeespezialisten Tchibo am Erwerb von eigenen Aktien aus dem Besitz der Allianz. Insgesamt plant das Hamburger Traditionsunternehmen den Rückkauf von zehn Prozent und will seinen Aktionären dabei eine Prämie auf den aktuellen Aktienkurs zahlen. Die im Index für mittelgroße Unternehmen MDax notierte Beiersdorf-Aktie ging am Mittwoch mit einem Plus von 0,4 % bei 97,69 € aus dem Xetra-Handel.

Nach Einschätzung von Analysten dürfte Beiersdorf für das Aktienrückkaufprogramm etwa eine Milliarde Euro aufwenden und dies zu einem Teil durch Kredite finanzieren. Kunisch machte in dem Reuters-Interview keine Angaben zu Details und verwies nur auf die finanzielle Stärke von Beiersdorf. Daher dürfte der Kosmetikkonzern den Aktienrückkauf bereits ein halbes Jahr später finanziell verkraftet haben.

Die Münchener Allianz hatte im Oktober mitgeteilt, dass sie für 4,4 Mrd. € fast ihren gesamten Beiersdorf-Anteil von 43,6 % an die Investorengruppe aus Tchibo, Beiersdorf selbst und die Hansestadt Hamburg verkauft habe. Der Allfinanzkonzern behält selbst nur noch 3,6 %. Dadurch kann die Tchibo-Holding ihre Beteiligung an dem Kosmetikunternehmen von bislang gut 30 % auf knapp unter 50 % aufstocken. Weitere zehn Prozent werden bei einer Beteiligungsgesellschaft der Hansestadt geparkt, die die Aktien weiterreichen will. Die Investoren hatten sich zusammengefunden, um Beiersdorf vor einer Zerschlagung zu bewahren, die dem Konzern im Falle einer Übernahme durch einen ausländischen Konkurrenten gedroht hätte.

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