Tesla-Chef Elon Musk

Dem Ironman läuft die Zeit davon

Das zweite Quartal von Tesla ist mehr als ernüchternd. Der Elektropionier fährt zwar emissionsfrei, verbrennt aber fröhlich das Geld der Anleger. So kann es für Elon Musk und seine hochtrabenden Pläne nicht weitergehen.
Der Optimismus der Anleger ist mit harten Zahlen derzeit kaum zu belegen. Quelle: AP
Elon Musk

Der Optimismus der Anleger ist mit harten Zahlen derzeit kaum zu belegen.

(Foto: AP)

Düsseldorf„Wir können nicht ewig Verluste machen“, sagte Tesla-Chef Elon Musk noch vor etwa einem Jahr im Interview mit dem Handelsblatt – und stellte sogar in Aussicht, dass man eventuell sogar schon dieses Jahr den schwarzen Zahlen näher kommen könnte. Nach dem Ergebnis im zweiten Quartal scheint das mehr als unrealistisch. Teslas Verluste sind auch in den vergangenen drei Monaten weiter gewachsen, trotz deutlicher Umsatzsteigerungen.

Teslas Elektromodelle Model S und Model X fahren zwar absolut emissionsfrei, sind aber trotzdem Verbrenner. Denn sie verbrennen das Geld der Anleger. Und das obwohl die Kalifornier mit 14.000 ausgelieferten Fahrzeugen weiter ein Nischenanbieter im Hochpreissegment sind. Der durchschnittliche Verkaufspreis eines Teslas liegt bei etwa 90.000 Dollar. Seit 13 Quartalen in Folge weist der Elektropionier damit deutliche Millionenverluste aus. Die Ruhe der Anleger ist angesichts dieser Entwicklung mit rationalen Argumenten kaum zu erklären.

Neue Bilder von Teslas Megabaustelle
Baustelle in der Wüste
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Bei Teslas Gigafactory in der Wüste Nevadas geht der Bau zügig voran. Anfang Januar nahm der Elektroautobauer zusammen mit dem Kooperationspartner Panasonic in Teilen der Fabrik die Fertigung von Lithium-Ionen-Zellen auf. Diese Zellen eines neuen Typs sollen zunächst nur in den Powerwall-Heimspeichern verwendet werden. Die Batterieproduktion für das kommende Elektroauto Model 3 soll in den kommenden Monaten starten. (Stand: Januar 2017)

Foto: Tesla

Deutlicher Baufortschritt
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Die im Januar veröffentlichten Luftbilder zeigen den Baufortschritt deutlich. In einigen der errichteten Gebäude wird schon gearbeitet, in anderen die Produktion vorbereitet. Auch der Bau der Gebäude selbst wird noch weitergehen.

(Foto: Tesla)

Die Baustelle vor einem Jahr
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Zum Vergleich: So sah es vor einem Jahr in der Wüste bei Reno aus. Damals stand nur ein kleiner Teil der heutigen Anlagen.

Baustelle Gigafactory im Juli 2016
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Im Juli 2016 hatte Tesla zur offiziellen Eröffnung erstmals Presse-Fotografen auf das Gelände gelassen. Die Gigafactory wird nach Fertigstellung zu den größten Produktionsstätten weltweit gehören.

Eröffnungsfeier vor der Fertigstellung
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Im Juli waren erst 14 Prozent der Anlage in Betrieb. Dennoch hatte Tesla-Gründer Elon Musk Ende Juli zur Eröffnungsfeier geladen – einige Tage vorher durften sich bereits Journalisten und Fotografen auf dem Fabrikgelände umsehen. Voll in Betrieb soll die Anlage erst 2018 sein. Bis dahin wird an allen Ecken und Enden gebaut.

Vom Nischen- zum Massenhersteller
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Auch wenn es noch nicht so aussieht: Diese Halle ist einer der Grundpfeiler der Strategie von Elon Musk, mit der er Tesla von einem Nischen- zu einem Massenhersteller machen und ganz nebenbei dem Elektroauto zum Durchbruch verhelfen will.

Eigene Batterien sind unerlässlich
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Die eigenen Batterien sind unerlässlich, wenn Tesla mit dem Model 3 (im Bild ein ausgestellter Prototyp) in diesem Jahr die Massen mobilisieren soll. Zum einen, weil momentan gar nicht genügen Akkus für die angepeilten Stückzahlen des Model 3 zugekauft werden könnten. Zum anderen, weil sie schlichtweg zu teuer wären. Der angekündigte Preis von 35.000 Dollar für den Wagen wäre nicht zu halten.

Seine schlechten Zahlen begründet Tesla vor allem mit den massiven Investitionen, die das Unternehmen derzeit zu stemmen hat. Tatsächlich ist der Einstieg in den Massenmarkt für die Kalifornier eine Mammutaufgabe. Das Unternehmen will die Produktion zum Jahresende auf 2400 Stück die Woche steigern. Das wären auf Jahressicht knapp 125.000 Fahrzeuge. 2018 soll die Produktion bei einer halben Million Stück liegen.

Ein Teil der Verluste ist auch auf den Ausbau der riesigen Batteriefabrik in Nevada zurückzuführen, die Tesla den Durchbruch auf dem Weltmarkt und niedrige Batteriepreise bescheren soll. Man sei beim Model 3 vollkommen im Plan, betont Tesla auch bei der Präsentation der jüngsten Quartalszahlen. Ende 2017 soll die Produktion starten.

Beunruhigend ist allerdings, dass der Elektropionier bislang kaum ein Versprechen halten konnte, das er gegeben hat. Weder bei den Auslieferungszahlen noch bei den Produktpremieren konnte Tesla jemals den eigenen Ankündigungen gerecht werden. Warum sollte das nun ausgerechnet beim Model 3 und im komplizierten Massenmarkt gelingen?

Auch wenn die Auftragsbücher für das Einstiegsmodell voll sind, muss der Elektropionier seine Produktion nun immens schnell hochfahren, wenn man die Kundschaft, die mit 1000 Dollar in Vorleistung getreten ist, nicht enttäuschen will. Das nach Vorbestellungen erfolgreichste Modell der Automobilgeschichte auch in Gewinn umzuwandeln, wird die größte Aufgabe in der bislang noch kurzen Unternehmensgeschichte von Tesla.

Das Schicksal von Tesla dürfte sich bald entscheiden
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