Tesla-Chef Elon Musk
Kommt der Hyperloop in die Slowakei?

Tesla-Chef Elon Musk hatte die Idee zum futuristischen Transportmittel Hyperloop. Nun könnte die Slowakei das erste Land in Europa sein, das das schnelle Kapselsystem bauen lässt.

New YorkVon Bratislava nach Wien in acht Minuten? Oder von Bratislava nach Budapest in zehn? Das könnte in den nächsten Jahren Wirklichkeit werden, wenn es nach dem slowakischen Wirtschaftsminister Vazil Hudak geht. Die Slowakei hat gerade mit dem kalifornischen Unternehmen Hyperloop Transportation Technologies ein Abkommen unterzeichnet, um genau diese Möglichkeit zu erörtern. Es könnte Europas erstes superschnelles Kapselsystem werden und dem osteuropäischen Land eine Reihe neuer Möglichkeiten eröffnen.

„Ein Hyperloop in Europa würde die Distanzen deutlich reduzieren, und es Städten ermöglichen, sich auf bislang beispiellose Weise zu vernetzten“, schwärmt der Wirtschaftsminister und erhofft sich so, neue Innovationshubs in der Slowakei und anderswo in Europa schaffen zu können.

Der Hyperloop geht auf eine Idee von Elon Musk zurück. Der Unternehmer, der den Elektrofahrzeugbauer Tesla und das Raumfahrtunternehmen SpaceX leitet, hatte 2013 seine Idee für das futuristische Transportmittel in einer Studie vorgestellt und es als „eine Mischung aus Concorde, Schienengewehr und Air-Hockey“ bezeichnet. Der Hyperloop soll sich in Kapseln durch Röhren bewegen, die auf erdbebensicheren Pfeilern ruhen. So könnten die Kapseln Geschwindigkeiten von bis zu 1220 Kilometer pro Stunde erreichen – und große Distanzen werden bei einer Geschwindigkeit knapp unter der Schallgrenze plötzlich ganz klein.

Auch Österreich begeistert sich für das futuristische Transportmittel. „Ich kann mir gut vorstellen, dass sich Österreich an so einem zukunftsweisendem Projekt beteiligt“, sagte Österreichs Staatssekretär Harald Mahrer. „Kurze Wege lassen Wirtschaftsräume bekanntlich wachsen. Wenn die Strecken innerhalb Europas schneller werden, revolutioniert das die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und wäre ein unheimlicher Turbo für den Wirtschaftsstandort.“ Der Hyperloop wurde im vergangenen Jahr auf dem Pioneers Festival in Wien zum ersten Mal vorgestellt. Mahrer wird Ahlborn kommende Woche auf einem Ableger der Konferenz in Tokio treffen und weitere Details besprechen.

Da Musk keine Zeit habe, sich selbst um das Projekt zu kümmern, hat er die Idee anderen Firmen zur Verfügung gestellt. Derzeit gibt es zwei Firmen, die den Hyperloop Wirklichkeit werden lassen wollen. Hyperloop Transportation Technologies unter der Führung des deutschen Unternehmers Dirk Ahlborn war das erste. Doch auch Hyperloop Technologies, gegründet von einem ehemaligen Chefingenieur von SpaceX, und dem Risikokapitalgeber Shervin Pishevar, der in das Taxi-Start-up Uber investiert hat, arbeiten an einer Version des superschnellen Transportmittels.

Ahlborn bekommt für das Projekt Anfragen aus der ganzen Welt und setzt darauf, dass sich der Hyperloop in vielen Teilen der Erde durchsetzen wird. Gerade baut er eine Mini-Version des Hyperloops im kalifornischen Quay Valley. Im Idealfall soll der Hyperloop eine Mischung werden aus Hauptverbindungen, um große Strecken zurückzulegen und kleineren Zubringer-Bahnen. Auch deutsche Firmen arbeiten an Ahlborns Projekt mit: Der Kölner Vakuumspezialist Oerlikon Leybold und das Münchener Unternehmen Re-Flekt, das sich auf Augmented Reality spezialisiert hat.

Astrid Dörner ist Korrespondentin in New York.
Astrid Dörner
Handelsblatt / Deskchefin Agenda
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