Tesla-Chef Musk
„Unser Vorbild ist Apple“

Elon Musk ist Chef des Elektroauto-Pioniers Tesla. Im Interview erklärt er, warum sein Unternehmen mit Giganten wie VW konkurrieren und mit Unternehmen wie Daimler zusammenarbeiten kann.
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Handelsblatt: Herr Musk, auf dem Autosalon wimmelt es von E-Autos. Wird die Luft für Tesla dünn?

Elon Musk: Nein, ich finde das super, dass alle nachziehen. Ich bin überzeugt, dass in weniger als 20 Jahren die Mehrheit aller Neuwagen E-Autos sein werden, 20 Jahre später wird die Mehrheit der Autos auf den Straßen E-Autos sein. Wenn wir gute Autos bauen, wird es auch einen Platz für Tesla geben.

HB: Aber wie können Sie als Start-up auf Dauer mit Giganten wie VW konkurrieren?

Musk: Wir sind agiler, innovativer. Geld ist nur ein Faktor bei Innovationen, eine große Bilanz ist nicht alles. Wenn nur Größe in der Natur zählen würde, dann gäbe es ja nur Elefanten.

HB: Tesla-Autos sind derzeit Luxus-Produkte. Soll das so bleiben?

Musk: Wir streben langfristig den Premium-Massenmarkt an. Wenn Sie so wollen, ist Apple mit seinem iPhone unser Vorbild: Das kann sich auch nicht jeder leisten, ist aber ein Massenprodukt. Von unserer neuen Limousine Modell S, die um die 50 000 Dollar kosten wird, wollen wir 20 000 Autos pro Jahr bauen. Danach wollen wir ein Auto für rund 30 000 Dollar entwickeln, von dem wir dann einige 100 000 Stück pro Jahr produzieren.

HB: Wie läuft Ihre Kooperation mit Daimler?

Musk: Wir liefern für den E-Smart die Batterie- und die Auflade-Technik. Dabei geht es um einige Tausend Exemplare. Um danach für eine Großserie im Rennen zu bleiben, müssen wir uns einer Ausschreibung stellen. Ferner hilft uns Daimler, die Produktion für das Modell S hochzufahren. Wir können auf die Zulieferkette von Mercedes zurückgreifen, was sehr hilfreich ist.

HB: Sie sind CEO und Großaktionär von Tesla. Wann wäre für Sie der Moment gekommen, zu verkaufen?

Musk: Mir gehören rund ein Drittel der Aktien. Ich habe mich gegenüber Daimler verpflichtet, nicht zu verkaufen, bis das Modell S produziert wird. Und selbst dann habe ich keine Verkaufsabsichten. Sollte aber das Überleben von Tesla einmal davon abhängen, dass ich meine Anteile verkaufen, dann würde ich es erwägen.

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