Tesla in der Kritik

Elon Musk wittert eine Verschwörung

Ein US-Reporter berichtet über technische Probleme beim Model S von Tesla. Auch die US-Behörden untersuchen die Vorfälle. Tesla-Chef Elon Musk wittert eine Intrige hinter den Berichten.
Tesla-Gründer Elon Musk kritisiert einen Reporter, der über Qualitätsprobleme seiner Marke berichtet hatte. Quelle: dpa
Skeptischer Visionär

Tesla-Gründer Elon Musk kritisiert einen Reporter, der über Qualitätsprobleme seiner Marke berichtet hatte.

(Foto: dpa)

DüsseldorfAls hätte Tesla nicht genug Schwierigkeiten. Seit Wochen kämpft Gründer Elon Musk mit Problemen in der Produktion des neuen Model X. Nun kommen weitere schlechte Nachrichten hinzu: Vergangene Woche berichtete der US-Fachblog Daily Kanban über technische Probleme bei Tesla. Ausgerechnet beim Bestseller des amerikanischen Elektropioniers, dem Model S, soll es bei etlichen Kunden zu Problemen mit den Radaufhängungen gekommen sein, hieß es in dem Bericht.

Und damit nicht genug: Tesla-Kunden, die den Schaden reparieren ließen, hätten eine Verschwiegenheitserklärung unterzeichnen müssen, heißt es in dem Artikel. Eine Praxis, die am Ende auch die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA auf den Plan gerufen habe. Weltweit griffen Medien den Bericht über die mutmaßlichen Qualitätsprobleme und die fragwürdigen Verschwiegenheitserklärungen auf, auch die renommierte Automobilseite „Automotive News”. Gründer Elon Musk gefielen die Berichte offenbar nicht.

Im hauseigenen Unternehmensblog ging Tesla am vergangenen Donnerstag zum Gegenangriff über. In einem Beitrag bestritt der Elektropionier die Vorwürfe und übte massive Kritik an der Recherche – und an Reporter Edward Niedermeyer, der die mutmaßlichen Missstände aufgedeckt hatte.

Dieser habe schon zuvor außerordentlich negativ über Tesla berichtet. Man wisse nicht, „ob er oder seine Partner finanziell davon profitieren, dass Teslas Aktienkurs sinkt“, heißt es in dem Tesla-Statement weiter. Aber es sei wichtig, festzuhalten, dass an der Börse mittlerweile mit sieben Milliarden Dollar auf einen fallende Tesla-Aktienkurs gewettet werde. Kurz: Die Kalifornier wittern hinter dem Bericht eine Verschwörung.

Teslas neue, teurere Nase
Tesla-Gründer Elon Musk und das Model S
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Als Tesla seine rein batteriebetriebene Oberklasse-Limousine Model S vorstellte, war man beim Design noch auf Nummer Sicher gegangen: Die große Fließheck-Limousine, gezeichnet vom früheren Mazda-Chefdesigner Franz von Holzhausen, trat mit gefälligen Formen und Proportionen auf, wagte sich aber stilistisch noch nicht auf Neuland.

Nicht einmal in der Frontpartie: Hier simulierte bisher stets eine glänzend schwarz lackierte Fläche einen Kühlergrill, den das Model S in dieser Form aber gar nicht benötigt ...

Tesla Model S nach dem Facelift
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Jetzt haben die Amerikaner ihrem meistverkauften Modell ein neues Gesicht verpasst – mit einfachen, jedoch sehr wirkungsvollen Mitteln: Die Frontschürze wurde geschlossen, es bleibt nur noch ein horizontaler Streifen mit einer kleinen Nase zurück, in der das Tesla-Logo steht. Die LED-Leuchten sind nun im Stil des Model X geformt.

Model S nach dem Facelift
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Mit dem neuen Gesicht wirkt das Model S nicht nur eleganter und futuristischer, es formuliert nun auch wirksamer als zuvor eine Elektromobilitäts-Ästhetik, die sich von konventionell angetriebenen Fahrzeugen abhebt.

Neu auf der Optionsliste findet sich nun das ebenfalls vom Model X bekannte Hochstrom-Ladegerät. Dank einer Leistung von 16,5 kW soll es rund 50 Prozent schneller laden als das Standard-Ladegerät mit 11 kW. Der Aufpreis beträgt 1.700 Euro.

Gleichzeitig verhilft das Facelift der Marke wieder zu einem geschlossenen Auftritt:
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Auch das Crossover-Modell Model X (hier im Bild) verfügt über die neue Nase.

Tesla Model 3
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Beim kompakten Model 3 wiederum ist in Sachen Formgebung zwar noch nicht das letzte Wort gesprochen. Doch auch das ab rund 35.000 Dollar angekündigte und hunderttausendfach vorbestellte erste Massen-Elektroauto von Tesla zeigte sich bei der offiziellen Präsentation vorne geschlossen.

Model S
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Neu ist mit dem aktuellen Facelift außerdem die Klimaanlage mit optionalem Hepa-Kohle-Luftfiltersystem und „Biowaffen-Schutzmodus“ sowie eine eher rustikal wirkende Dekor-Variante mit Eschenholz am Armaturenbrett. Sie kommt im Pakete mit LED-Blinkern, elektrischer Heckklappe und Nappaleder-Armaturenbrett für 3.300 Euro.

Auch das Heck wurde leicht modifiziert. Dank der verbesserten Aerodynamik steigt die theoretische Reichweite bei einzelnen Modellversionen leicht an.

Model S-Schnauze vor dem Facelift
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Parallel zur Überarbeitung steigen die Preise, auch wenn es antriebseitig bei den bislang bekannten fünf Varianten bleibt: Einstiegsmodell ist das mindestens 82.700 Euro teure Model S 70 mit Heckmotor, 320 PS Höchstleistung und einer 70 kWh-Batterie, das bislang 78.000 Euro kostete.

Die Allrad-Variante 70 D mit 332 PS verfügt über einen kleineren Antrieb hinten, aber einen zusätzlichen Motor vorn und kostet mindestens 88.200 Euro.

Auf Twitter gab Unternehmensgründer Elon Musk den Gerüchten am Samstag weitere Nahrung. 37 der 40 Beschwerden bei der US-Verkehrssicherheitsbehörde seien gefälscht gewesen. „Es sieht so aus als ob eine oder mehrere Personen den falschen Eindruck von Sicherheitsproblemen erzeugen wollten, obwohl es keine gibt”, schrieb Musk. „Die Frage ist nur warum?“

Ermittlungen sind nicht eingestellt
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