Tesla Model 3 Das iPhone der Straße ist da

Mehr als eine halbe Million Menschen haben das neue Model 3 von Tesla vorbestellt. Jetzt wurden die ersten 30 Fahrzeuge an ihre Besitzer übergeben. Ein neues Kapitel im Duell Elon Musk gegen den Rest der Autoindustrie.
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Teslas Model 3 – das Schnäppchen und seine Lieferprobleme

Teslas Model 3 – das Schnäppchen und seine Lieferprobleme

San FranciscoElon Musk weiß, wie man einen Rockstar-Auftritt hinlegt. Als der Countdown begann, verstummte die Menge vor der Bühne auf dem riesigen Parkplatz vor dem Tesla-Werk in Fremont. Dann fuhr der Tesla-Chef mit einem Tesla Model 3 auf die Bühne. Mit einem Mal zuckten tausende Smartphones in die Luft. Musk stieg aus dem Wagen ins Blitzlichtgewitter und ließ sich von den Fans des kalifornischen Autobauers feiern.

Am Freitagabend übergab Tesla die ersten 30 Exemplare des Model 3, dem ersten günstigen Wagen des Herstellers, an ihre Besitzer. Ein Meilenstein für das Unternehmen. Der Firmenchef war dementsprechend gut drauf. Musk machte Späße auf Kosten anderer, zum Beispiel Volvo („Volvo S60, das zweitsicherste Auto der Welt“), aber auch auf eigene Kosten, als er beispielsweise über Tweets verärgerter Kunden berichtete. Die hatten ihn eher unfreundlich darauf aufmerksam gemacht, dass sie mal wieder in einer langen Schlange vor einem „Supercharger“ warten mussten. Aus Kalifornien wurden schon von Handgemengen unter frustrierten Tesla-Besitzern vor den Ladestationen berichtet. Der Zahl der Schnelllader werde steigen, versprach Musk, und sprach damit gleich das erste Problem des Konzerns an. Tesla will kein Nischenhersteller mehr sein. Aber an den Voraussetzungen für den Schritt auf den Massenmarkt hapert es noch.

5000 Model 3 pro Woche will Musk Ende Dezember produzieren, bekräftigt er in seiner Präsentation. Ende 2018 sollen es schon 50.000 pro Monat sein. Über 400.000 sind vorbestellt. Die wollen alle unterwegs geladen werden. Doch noch gibt es nicht genug Ladestationen, wie die Tweets der verärgerten Kunden zeigen. Und neue „Supercharger“ kosten Geld.

So feiern Tesla-Jünger die ersten Model 3-Fahrzeuge
Tesla-Chef Musk lässt sich bei der Übergabe des ersten Model 3 von Mitarbeitern feiern
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Elon Musk weiß, wie man einen Rockstar-Auftritt hinlegt. Zu lauter Musik rast der Tesla-Chef mit einem roten Exemplar seines ersten günstigeren Wagens Model 3, springt raus und lässt sich im Scheinwerferlicht von seinen Mitarbeitern feiern.

Der Anlass ist ein Meilenstein für Tesla: Die ersten 30 Model 3 werden nach einem Monat Serienproduktion an ihre Besitzer übergeben - allesamt Tesla-Beschäftigte. Die ersten 30 von mehr als einer halben Million Vorbestellungen, die Tesla erst einmal lange abarbeiten muss...

Vorstellung des Tesla Model 3
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Die Zeremonie am Tesla-Werk im kalifornischen Fremont läutet ein neues Kapitel in einem der spannendsten Duelle ein, die heute die Wirtschaft zu bieten hat: Tesla gegen den Rest der Autoindustrie. Eine Firma aus dem Silicon Valley, die früh komplett auf Elektromobilität setzte und von Autobossen zunächst als Exot mit mickrigen Produktionszahlen im für die weitaus meisten Menschen unerschwinglichen Luxussegment abgetan wurde. Doch inzwischen weht in der Branche ein anderer Wind...

Erste Wagen des günstigeren Tesla Model 3 auf dem Fabrikgelände in Fremont, bereit zur Übergabe an ihre Besitzer
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Inzwischen sagen viele Experten, dass dem Elektroantrieb die Zukunft gehöre, auch wenn es eine lange Übergangszeit geben werde. Für Tesla wird es also künftig nicht mehr darum gehen, mit einigen zehntausend Wagen im Jahr zahlungskräftige Enthusiasten zu begeistern, sondern gegen die geballten Kraft der Autoindustrie mit einer Vielzahl von Modellen, Designvarianten und der traditionellen Markenbindung von Kunden anzutreten...

Das Model 3 ist der Wagen, der Tesla in einen breiteren Markt bringen soll
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Und angesichts der Vorreiterrolle der Kalifornier dürfte auch der Fortschritt der Elektromobilität am Erfolg dieses Fahrzeugs gemessen werden. Milliarden steckte Musk in den Ausbau der Produktionsanlagen und der Batteriefertigung. Eine riesige Wette.

Wenn sie aufgeht, wird Tesla in Fremont jährlich eine halbe Million Model-3-Wagen und rund 100.000 der größeren und teureren bisherigen Fahrzeuge Model S und Model X bauen. In Arbeit ist auch ein Lastwagen, der noch dieses Jahr präsentiert werden soll. Anleger glauben an Musk: Tesla ist trotz überschaubarer Stückzahlen der wertvollste US-Autohersteller an der Börse...

Vorstellung des Tesla Model 3
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„Es war nie unser Ziel, teure Wagen zu bauen“, betont Musk. Das habe sich nur so ergeben, weil die Elektrowagen zunächst nicht günstiger zu produzieren gewesen seien. Und jetzt finanzierten die Käufer von Model S und Model X das günstigere neue Modell mit.

Die 35.000 Dollar als Grundpreis des Model 3 sind aber wie so oft in der Branche erst der Anfang. Bucht man alle Extras wie Fahrassistenz-Funktionen, eine bessere Innenausstattung und eine andere Farbe als Schwarz, kommen fast 60.000 Dollar zusammen...

Wer jetzt bestellt, muss bis Ende 2018 warten, sagt Musk. Nach Deutschland dürfte es kaum ein Model 3 vor dem kommenden Jahr schaffen.
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Das ist kein Schnäppchen mehr, entscheidend ist im Moment aber dennoch vor allem die Frage, ob Tesla den massiven Produktionssprung von rund 84 000 Fahrzeugen 2016 auf 500 000 im kommenden Jahr sauber hinbekommt.

„Die Nachfrage ist hier nicht das Problem“, merkt Musk trocken mit Blick auf die halbe Million Vorbestellungen für das Model 3 an. Im ersten Produktionsmonat Juli wurden 50 Fahrzeuge gebaut, 20 von ihnen behält Tesla für Tests ein. Im September sollen 1500 Wagen produziert werden, auch mit 20 000 Fahrzeugen im Monat zum Dezember wird es lange dauern, die Warteliste abzuarbeiten...

Blick in den aufgeräumt-sachlichen Innenraum des Model 3
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Um den Produktionsschub zu meistern, ließ Musk die Konstruktion des Model 3 drastisch vereinfachen - auch nachdem es bei vorherigen Wagen Probleme mit ausgeklügelten Design-Ideen wie den Flügeltüren des Model X gab. Selbst die Entwicklung der Rücksitze hatte damals die Produktion des SUV um Monate aufgehalten.

Das Model 3 ist eine geschrumpfte Ausgabe des Erfolgsmodells Model S, das über 100.000 US-Dollar kostet. Der Neue dagegen wird ab dem Basispreis von 35.000 beziehungsweise 44.000 US-Dollar in der Premium-Version zu haben sein. Bucht man alle Extras wie Fahrassistenz-Funktionen, eine bessere Innenausstattung und eine andere Farbe als Schwarz, kommen fast 60.000 Dollar zusammen. Während die kleinere Version mit schlankerer Batterie 220 Meilen (354 Kilometer) theoretische Reichweite schafft, sind es in der Premium-Version 310 Meilen (498 Kilometer).

Im Inneren des Model 3 dominiert der einsame, quer angebrachte 15-Zoll-Bedienungsbildschirm vor einem eleganten, aber leeren Instrumentenbrett. „Man muss in Zukunft nicht mehr auf eine Instrumententafel schauen“, so Musk. Die Autos würden irgendwann autonom fahren und „alle Teslas sind für diese Zukunft geschaffen.“ Tatsächlich ist laut Hersteller bereits alles an Sensoren und Hardware vorhanden, das eine selbstfahrende Zukunft benötigt. Allerdings ist die Ausrüstung noch nicht scharfgeschaltet. Erst wenn die Gesetzeslage es erlaube, werde das möglich. Dann werde jedoch ein Aufpreis von ein paar tausend weiteren US-Dollar fällig.

„Das Model 3 kann die Welt verändern“
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