Tesla setzt ein Zeichen gegen VW & Co.

Model X feiert Premiere

Das Model X soll bei Tesla die nächste Stufe zünden. Die Elektropioniere setzen große Hoffnung in das erste elektrische SUV der Automobilgeschichte. In Zeiten der VW-Krise könnte die Premiere kaum besser terminiert sein.
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SUV ohne Auspuff. Das Tesla Model X soll der erste vollelektrische Geländewagen des kalifornischen Elektropioniers werden.
Model mit X

SUV ohne Auspuff. Das Tesla Model X soll der erste vollelektrische Geländewagen des kalifornischen Elektropioniers werden.

DüsseldorfVielleicht kann Tesla-Chef Elon Musk an diesem Dienstagabend sogar ein bisschen froh sein, dass er den Start des Model X mehrfach verschieben musste. Denn besser könnte der Zeitpunkt für die Präsentation des ersten vollelektrischen SUVs der Automobilgeschichte kaum gewählt sein. Während die Branche über manipulierte Diesel-Abgaswerte diskutiert, zeigt Tesla nahe dem Firmensitz in Palo Alto den ersten Stadt-Geländewagen, der lokal völlig emissionsfrei unterwegs ist.

Für Musk selbst ist der Diesel-Skandal bei Volkswagen eine Bestätigung für eigene Argumentation. „Wir haben die Grenzen der Physik erreicht“, sagte Musk erst vor wenigen Tagen im Interview mit dem Handelsblatt. Der Verbrenner lasse sich nicht mehr wesentlich verbessern. „Um Fortschritt zu erreichen, mussten sie offenbar betrügen“, so Musk über den Konkurrenten VW. Mit dem Model X präsentiert Tesla nun den Anti-Diesel. Ein SUV ohne Auspuff. Ein Geländewagen für die Stadt, bei dem die Kunden kein schlechtes Gewissen haben müssen, wenn sie damit einen halben Kilometer zum Bäcker fahren.

Elektroautos
Neuzulassungen

(Stand jeweils Anfang des Jahres)

Das elektrische SUV ist für Tesla ein längst überfälliger Schritt. Zum einen, weil die Kalifornier bisher nur ein Modell im Angebot haben – und damit eine Nische in der Oberklasse besetzen. Auch am Model S gibt es mittlerweile kaum noch etwas zu verbessern. Die Kundschaft, die für sich selbst in Anspruch nimmt, zur automobilen Avantgarde zu gehören, braucht langsam etwas Neues.

Zum zweiten aber auch, weil Tesla mit dem Model X spät dran ist. Ursprünglich war geplant, das Modell schon 2013 auf den Markt zu bringen. Probleme bei der Entwicklung verschoben den Start immer wieder - während andere Hersteller mit dem SUV-Trend gutes Geld verdienten. Schuld an der Verspätung sollen die augenfälligen Flügeltüren des Model X sein, die aufwendig konstruiert werden mussten, um auch alltagstauglich zu sein.

Trotz der Verspätung dürfte das Model X auch dem Absatz des Elektropioniers einen neuen Höhenflug bescheren. Zuletzt musste Tesla die eigenen Absatzziele noch etwas nach unten korrigieren. Im ersten Halbjahr hatte der Elektropionier mit rund 21.500 Fahrzeugen weniger verkauft als ursprünglich angekündigt. Seitdem dümpelt auch der Aktienkurs vor sich hin. Das Model X soll für neuen Rückenwind sorgen.

Ein paar Jahre Vorsprung
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37 Kommentare zu "Tesla setzt ein Zeichen gegen VW & Co.: Model X feiert Premiere"

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  • Danke, schon mal ein recht guter & kein einsetiger Bericht zum Thema, im Vergleich zu der schlechten Konkurrenz.

    Ein Punkt ist aber nicht nachvollziehbar, wie kommt der Autor auf die Aussage "."Bisher steckt Tesla noch in Phase eins fest.."?
    Phase 1. war der Roadster, teuer >100 tsd. & in kleineren Stückzahlen zum Testen der techn. Grenzen & E-Potenzial.
    Phase 2 wäre: Tesla S & X, größere Mengen & mittelteuer: S= ca. 80 Tsd, der X etwa 85-90 Tsd.. Die Signature-Serie ist ein Sondermodell mit geringerer Stückzahl, das steht leider nicht im Bericht.
    Phase 3: wären die 3er - Modelle "günstige" ca. 40 Tsd als City, danach Crossover & Kombi.
    Das würde auch den aktuellen Preisen für echte E-Autos entsprechen: Kia Soul EV ca. 31 Tsd, Renault ca. 20 Tsd mit Batteriemiete, BMW i3 40 Tsd.

    Die echte Reichweite, Ausstattung wie großer Kofferraum, fallende Preise für Batterien ( Tesla rechnet mit 20-30 % billiger) sind hier noch nicht mitgerechnet.

    Für ein kleines Auto(-Multi)-Unternehmen ist das eine enorme Leistung, trotz Verluste & noch hohe Einstiegspreise. Würden sich die anderen Unternehmen auf echte Kooperation mit Tesla einlassen, würden die Preise weiter fallen & alle würden davon techn. partizipieren, leider verhindert dies das Shareholder-Denken der großen Lobbisten.

  • Sie Spaßvogel! China soll etwas "entwickeln"? Wie soll das denn gehen?
    Die brauchen bekanntermaßen erst jemanden, von dem sie kopieren können, um es dann als Billigware auszuführen.

  • Das Model X soll bei Tesla die nächste Stufe zünden. Die Elektropioniere setzen große Hoffnung in das erste elektrische SUV der Automobilgeschichte. In Zeiten der VW-Krise könnte die Premiere kaum besser terminiert sein.

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    Selbst Tesla kommt damit zu spät und ist allgemein zu langsam mit der Etablierung von Elektroautos.

    SEIT 5 JAHREN habe ich unter andere Online Seiten auch hier beim Handelsblatt geschrieben dass EUROPA einen ELEKTRO-CITY-CAR benötigt dass unter 20 000 Euro kostet...

    und attraktiver sein muss als alles andere was zur Zeit auf dem Markt ist.

    DAZU EINEN BISHER NOCH NIRGENDS VORHANDENEN BAUKASTEN-SYSTEM...

    aber es wird nur darüber gelacht.

    Und mit über 50 kommt man bei keinem Autohersteller mehr herein ( obwohl 20 Jahre Erfahrung bei der Autoindustrie ).

    VW hatte hierzu in zusammen arbeit mit SUZUKI die Beste Chance gehabt...

    aber Manager sind nicht immer Manager...zu mindestens nicht immer gut , wenn auch Vitamin " B "

    ( B=Beziehungen) zu genug vorhanden waren.

    Warten wir in EUROPA bis CHINA dieses entwickelt hat und dann nicht mehr Europa Autos exportiert sondern wo dann Europa Autos aus CHINA importiert wie es bereits beim Motorroller und Spaß-Fahrzeuge verstärkt der Fall ist.



  • Ich habe selten ein hässlicheres Fortbewegungsmittel gesehen. Da warte ich lieber auf den neuen Urus aus Sant`Agata um evtl. meinen Cayenne Turbo als Winterurlaubs- und Schietwetterfahrzeug zu ersetzen.

  • Mittlerweile ist Tesla ja auch noch im Skandalsumpf angekommen. Der Konzern musste neulich zugeben, sie heimlich ihre Autos mit Benzin betanken: http://eine-zeitung.net/weiterer-autoskandal-tesla-betankt-nachts-heimlich-seine-e-autos-mit-benzin/

  • Oh, nein! Mußte das sein? Sie (oder sollte man besser noch Du sagen?) bringen einen aber auch immer wieder zum Fremdschämen. Und diesmal war es besonders schlimm, Bübchen.

  • @ Rainer Engelhardt

    << Oder ich fahr schön gemütlich durch die Welt, dann schaffe ich auch die 400km Reichweite. >>

    Die 400km schaffen Sie nur, wenn Sie schön gemütlich mit Ihrem Tesla auf dem Prüfstand bleiben. Und selbstverständlich ist hier der hauseigene Prüfstand von Tesla gemeint!
    In der Praxis ist es so, wie ich es schon weiter oben geschildert habe: Für hin und zurück dürfen Sie nicht mehr als 160km einplanen, sonst wird es eng.

    Aber was regen wir uns auf? Den Mist kauft sowieso keiner (der bei Verstand ist).

  • Zitat:
    "Ja schön - aber nicht alles zusammen - entweder ich fahre diesen Sportwagen voll aus (250km/h) - aber dann schrumpft die Reichweite enorm - die Physik gilt halt leider auch für Fahrzeuge mit Elektroantrieb. Oder ich fahr schön gemütlich durch die Welt, dann schaffe ich auch die 400km Reichweite."

    Natürlich, da fordert die Physik unabhängig von der Antriebsart ihren Tribut. Der Windwiderstand muss halt überwunden werden. Die Elektrofahrzeuge haben bei Vollgas dann nach (geschätzt) 150 km den Akku leer und müssen an die Steckdose und ein Verbrenner (z.B. ein BMW X5 xDrive50i) verbraucht 50 l/100km und muss nach 170 km an die Zapfsäule.

  • Dass Tesla ein neues Modell auf den Markt bringt und VW gerade in einer Krise steckt - schöner Zufall, nur haben die beiden Sachen wenig miteinander zu tun.

    Zum einen ist der Tesla ein teurer Sportwagen, der nur in kleinen Stückzahlen gebaut wird - VW baut für den Massenmarkt (siehe Zahl der betroffenen Fahrzeuge) zu einigermaßen bezahlbaren Preisen. Da will Tesla zwar angeblich hin, das neue Modell ist aber kein Schritt in diese Richtung.
    Mit Teslas kann man nicht die Probleme die Verbrennungsmotoren verursachen beheben - die sind der falsche Weg. Niemand braucht 700 PS um in der Stadt rumzufahren. Die Lösung wären allenfalls Klein-/Mittelwagen mit entsprechenden kleinen Batteriesätzen und Motoren.

    Und kurzfristig müssen wir sowieso mit den Verbrennungsmotoren leben - weder sind die Stromnetze dafür ausgelegt große Stückzahlen Elektroautos zu laden, noch können genügend große Stückzahlen an Batteriesystemen gebaut werden. Und ob die seltenen Erden - nein nicht Lithium sondern Neodym etc. die man für die Motoren braucht - für soviele Fahrzeuge reichen würde ist auch zweifelhaft.

    Mein persönliches Fazit: Tesla ist nur ein besserer Werbegag - ein Nischenfahrzeug. Aber es zeigt den richtigen Autobauern zumindest mal in welche Richtung die automobile Zukunft gehen könnte. Vielleicht gibt es aber in 30 Jahren auch gar keinen Bedarf mehr an Autos - weil dank grenzenloser Vernetzung keiner mehr aus dem Haus geht.

  • --In 3,8 s von 0 auf 100 km/h
    --Abgeregelt bei 250 km/h
    --Reichweite knapp 400 km
    Ja schön - aber nicht alles zusammen - entweder ich fahre diesen Sportwagen voll aus (250km/h) - aber dann schrumpft die Reichweite enorm - die Physik gilt halt leider auch für Fahrzeuge mit Elektroantrieb. Oder ich fahr schön gemütlich durch die Welt, dann schaffe ich auch die 400km Reichweite.

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