Teure Kredite
Bau bangt um Großprojekte

Die Bauindustrie befürchtet, dass die Banken ihre Kreditkonditionen nach der Finanzkrise deutlich verschärfen werden. Besonders staatlich-private Gemeinschaftsvorhaben seien davon betroffen. Große und schwierige Bauvorhaben stehen vor dem Aus.

DÜSSELDORF. Die Bauindustrie bekommt die Finanzkrise zu spüren. Die Unternehmen registrieren vor allem, dass sich Kreditkonditionen verschärfen. Außerdem wächst die Zurückhaltung bei der Finanzierung von Betreiberprojekten in Partnerschaft mit der öffentlichen Hand wie Mautstraßen und-tunnel (Public Private Partnership - PPP).

"Wir haben zwar keine Kreditklemme, aber eine deutliche Verschärfung der Kreditkonditionen", sagte der Geschäftsführer des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie (HDB), Heiko Stiepelmann dem Handelsblatt. Der HDB vertritt die großen Bauunternehmen wie Hochtief und Bilfinger Berger. Vor allem bei der Finanzierung größerer Projekte seien einige Banken schon zurückgerudert, etwa bei Gewerbeimmobilien oder PPP-Projekten. Hier seien Engpässe nicht mehr auszuschließen. Die Risiken nähmen zu.

Bei aktuellen Projekten sind dem HDB im Zuge der Finanzkrise noch keine Probleme bekannt. In Deutschland gibt es im Hochbau über 100 PPP-Projekte - zumeist Schulen, Kliniken oder Rathäuser. Sie haben ein Investitionsvolumen von 3,5 Mrd. Euro. PPP-Projekte im Infrastrukturbereich kommen dagegen nur schleppend in Gang oder erfüllen die Erwartungen nicht - wie der Herrentunnel bei Lübeck.

Die Finanzierung größerer und schwieriger Vorhaben sei nicht mehr so einfach wie noch vor einem halben Jahr, bestätigte Bilfinger-Chef Herbert Bodner, der neuer Präsident des Hauptverbands werden soll. Bislang habe sich dies aber noch nicht im Betreiberportfolio von Bilfinger gezeigt, sagte er. Sollte aber eine an der Finanzierung beteiligte Bank in Schwierigkeiten geraten, könne dies die Verschiebung von Projekten zur Folge haben.

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