Teurer als erwartet
Aus für den Transrapid

Die Transrapid-Strecke vom Münchner Hauptbahnhof zum Flughafen wird wegen drastischer Kostensteigerungen nicht gebaut. Das teilte Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) nach einen Krisentreffen in Berlin mit. Zuvor hatten Industrievertreter den Politikern eröffnet, wie viel teurer das Projekt werden sollte.
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HB BERLIN. Am Vormittag hatte im Berliner Verkehrsministerium eine Krisensitzung statt gefunden, an welcher der bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU), Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee und führende Vertreter der beteiligten Industrieunternehmen teilnahmen. Anschließend sagte Tiefensee, neuere Berechnungen hätten ergeben, dass der bisher vorgesehene Kostenrahmen von 1,85 Mrd. Euro deutlich überstiegen werde. Die Industrie habe in dem Gespräch die Kosten auf bis zu 3,4 Mrd. Euro beziffert. Der Bund sei jedoch nicht bereit, den vorgesehenen Finanzierungsanteil aufzustocken.

Schon die Finanzierung der 1,85 Mrd. Euro wären nur unter größten Anstrengungen aller Beteiligten zu realisieren gewesen. Der Bund hat für den Transrapid bereits 925 Mill. Euro zugesagt und das Land Bayern 490 Millionen. Zur Schließung der Finanzierungslücke von 435 Mill. sollte die Bahn 235 Mill. beisteuern, der Flughafen 100, die EU 50 und Siemens und Thyssen -Krupp jeweils 25 Mill. Euro.

Mit dem Münchener Vorhaben sind die letzten Pläne für ein Pilotprojekt für die Magnetschwebetechnik in Deutschland gescheitert. Tiefensee sieht jedoch weiter Chancen für die Technologie. Eine Realisierung in anderen Ländern halte er für möglich. Der Verkehrsminister begrüßte die Versicherung der Industrievertreter, die Transrapid -Technologie weiter zu entwickeln.

"Wir vertrauen auf das Konzept und entwickeln es weiter", sagte eine Thyssen-Krupp -Sprecherin. Allerdings werde sich das Unternehmen auf die Verlängerung der Strecke in Schanghai konzentrieren. "Die Magnetschwebebahn-Technologie ist eine Leuchtturmtechnologie Deutschlands", sagte Siemens -Chef Peter Löscher am Donnerstag in Berlin. "Wir sehen sie weiter als wichtige Exporttechnologie Deutschlands."

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