Teurer Kochautomat: Rational gerät wegen neuem Produkt unter Druck

Teurer Kochautomat
Rational gerät wegen neuem Produkt unter Druck

Ein neu eingeführtes Produkt belastet den Gewinn des Großküchenherstellers Rational. Der Kochautomat kommt das erfolgsverwöhnte Unternehmen teurer als erwartet. Dennoch steigt der Umsatz 2011 auf einen Rekordwert.
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MünchenBeim erfolgsverwöhnten Großküchenausrüster Rational ist der Gewinn 2011 wegen der Einführung neuer Kochautomaten geschrumpft. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) ging nach vorläufigen Zahlen auf rund 102 Millionen Euro zurück, vier Millionen weniger als vor Jahresfrist. Die weltweite Umstellung des Hauptprodukts auf eine überarbeitete Version habe etwa acht Millionen Euro gekostet - mehr als erwartet, sagte Vorstandschef Günter Blaschke am Montag im Reuters-Interview. Teurer sei vor allem die Neueinführung in den Wachstumsmärkten Lateinamerikas und Asiens gewesen. Dort werde Rational in Zukunft aber am stärksten zulegen.

Im Kernmarkt Europa will sich Rational mit Hilfe der neuen Kochstation weitere Kunden angeln: Hatte das Landsberger Unternehmen bislang vor allem Restaurants und Kantinen im Fokus, verspricht sich Blaschke Chancen durch die wachsende Zahl von Back- und Snack-Betrieben. Auch für Fast-Food-Ketten sei das neue Produkt interessant. Zusammen mit Absatzsteigerungen in Schwellenländern sollen sich die hohen Kosten für die Produktumstellung rechnen. „Das ist eine Investition für die nächsten sieben, acht Jahre“, sagte der Vorstandsvorsitzende. Die Umstellung sei mitten in der Hauptsaison erfolgt und nach drei Monaten jetzt abgeschlossen. „Die Einmalkosten sind alle erledigt. Die Produktion läuft wieder auf normalem Niveau.“

Bei der Kundschaft kommen die neuen Geräte laut Blaschke gut an. Im ohnehin absatzstarken Schlussquartal erreichte der Umsatz den Rekordwert von 119 Millionen Euro. Im Gesamtjahr kletterten die Erlöse auf den Spitzenwert von 392 Millionen Euro, ein Plus von zwölf Prozent. Die Ebit-Marge betrug 2011 damit 26 Prozent; in der Vergangenheit lag die Spanne meist zwischen 26 und 28 Prozent. Zum Nettogewinn wollte sich der Rational-Chef noch ebenso wenig äußern wie zur Dividende.

Für 2012 zeigte sich Blaschke optimistisch. „Wir blicken mit Zuversicht nach vorne.“ Eine konkrete Prognose gab er nicht ab, sondern sagte lediglich, der Konzern werde weiter zulegen. Das erste Quartal laufe „im Rahmen der Erwartungen“. Üblicherweise laufen die Geschäfte im Startquartal am schwächsten; übers Jahr gesehen wird im ersten Vierteljahr rund ein Fünftel des Gesamtumsatzes erzielt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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