Teurer Sprit
Ölmulti Chevron macht Milliardengewinn

Der teure Sprit füllt den Ölkonzernen die Kassen. Das gilt auch für den US-Multi Chevron. Allerdings sinkt die Fördermenge - neue Quellen müssen erschlossen werden.
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San Ramon/ParisDer US-amerikanische Ölkonzern Chevron hat seinen Gewinn im ersten Quartal um vier Prozent auf unterm Strich 6,5 Milliarden Dollar gesteigert (4,9 Mrd Euro). Der höhere Ölpreis glich eine gesunkene Produktion mehr als aus. Chevrons Aktionäre dürfen sich über eine elf Prozent höhere Quartalsdividende von 90 Cent freuen. Der französische Mineralölkonzern Total verzeichnete derweil im ersten Quartal trotz des hohen Ölpreises einen leichten Gewinnrückgang. 

Chevron-Konzernchef John Watson erklärte am Freitag am Firmensitz im kalifornischen San Ramon: „Wir haben im ersten Quartal weiterhin starke Ergebnisse eingefahren.“ Chevron gehört zu den Riesen der Branche. Auf der Liste der bestverdienenden Unternehmen der Welt des US-Magazins „Forbes“ landeten die Amerikaner im vergangenen Jahr auf Platz fünf mit einem Gewinn von 26,9 Milliarden Dollar. 

Es ist durchaus möglich, dass Chevron die Zahl in diesem Jahr noch übertrifft. Dafür sollen auch neu erschlossene Öl- und Gasfelder sorgen. „Die neue Produktion läuft wie geplant an“, sagte Watson. Einige ältere Projekte bereiten dem Konzernlenker allerdings Kopfzerbrechen: In Brasilien waren bei einer Bohrung große Mengen Öl ausgetreten. Der Staat fordert milliardenschweren Schadenersatz. Ein anderer Fall von Umweltverschmutzung in Ecuador schleppt sich seit zwei Jahrzehnten durch die Gerichtsinstanzen. 

Chevron ist jedoch bei weitem nicht der Spitzenverdiener in der Branche. Primus ExxonMobil - der in Deutschland hinter den Esso-Tankstellen steckt - kam im ersten Quartal auf einen Gewinn von 9,5 Milliarden Dollar, die britisch-niederländische Shell auf 8,7 Milliarden Dollar. Beide Konzerne hatten jedoch im Vorjahreszeitraum noch mehr verdient. 

Bei Chevron stieg der Umsatz minimal um weniger als 1 Prozent auf 58,9 Milliarden Dollar. Die US-Amerikaner konnten sowohl aus der Förderung von Öl und Gas (Upstream) als auch aus der Weiterverarbeitung in den Raffinerien (Downstream) mehr Geld herausschlagen. 

Bei Total sank der um Sondereffekte bereinigte Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um ein Prozent auf 3,07 Milliarden Euro, wie das Unternehmen in Paris mitteilte. Damit übertraf der mit einem Gasleck in der Nordsee kämpfende Konzern allerdings die Markterwartungen leicht. Der hohe Ölpreis sei zwar günstig für die Förderaktivitäten gewesen, aber gleichzeitig schwierig für das Raffinerie- und Chemiegeschäft, hieß es. Der Konzern sei mit der Gewinn-Entwicklung zufrieden. 

Seinen Umsatz steigerte Total im Berichtszeitraum um elf Prozent auf 51,2 Milliarden Euro. Rund zwei Wochen nach Räumung der Plattform „Elgin“ wegen eines Gaslecks hatte der Betreiber Total einen Plan zum Stopfen des Loches vorgelegt. Demzufolge soll die Quelle wie angekündigt erst mit Schlamm und später mit Beton gefüllt werden. Sobald der Schlamm das Gas ersetzt habe, sei der Druck wieder ausgeglichen und die Quelle unter Kontrolle. In einer Erklärung hatte der Konzern am Donnerstag zudem die Installation eines technischen Systems bekanntgegeben, welches das Gas von der Plattform wegleitet.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Ebenfalls suggestiv ist der Kommentar: "In Brasilien waren bei einer Bohrung große Mengen Öl ausgetreten. Der Staat fordert milliardenschweren Schadenersatz." Zur Klaerung: Die Menge entspricht etwa 0,5-1 % des Oelaustritts im Golf von Mexiko und Petrobras war anscheinend auch nicht ganz unschuldig daran.

  • Ebenfalls suggestiv ist der Kommentar: "In Brasilien waren bei einer Bohrung große Mengen Öl ausgetreten. Der Staat fordert milliardenschweren Schadenersatz." Zur Klaerung: Die Menge entspricht etwa 0,5-1 % des Oelaustritts im Golf von Mexiko und Petrobras war anscheinend auch nicht ganz unschuldig daran.

  • Der Titel "Teurer Sprit" suggeriert dem Leser wieder einmal, dass es die Oelmultis sind, die fuer den teuren Sprit verantwortlich sind, und nicht der Staat, der fuer 80% des Preises and den Tankstellen verantwortlich ist.

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