Auslaufende Patente spielen auch in Tevas
Europastrategie eine wichtige Rolle. Allein bis 2013 sollen in den acht größten europäischen Märkten Arzneimittel mit einem Umsatzvolumen von rund 26 Mrd. Dollar ihren Patentschutz verlieren. Die israelische Firma hat sich in Position gebracht und in 30 Ländern West- und Osteuropas 3 170 Zulassungsanträge gestellt.
Um die Wachstumsziele verwirklichen zu können, investiert Teva
nach den Worten von Europachef Van Odijks außerdem kräftig in den Ausbau der Produktionskapazität in Europa. Derzeit baut das Unternehmen für ein paar Hundert Millionen Dollar Produktionsanlagen in Ungarn, Tschechien und Irland aus. Zudem wurde ein großes Verteilzentrum in Großbritannien errichtet.
Tevas
Wachstumsstrategie schließt Akquisitionen nach den Worten Van Odijks ausdrücklich mit ein: Kürzlich hat das Unternehmen die britische Generikafirma Bentley für 360 Mrd. Euro gekauft, die hauptsächlich in Spanien aktiv ist. Im vergangenen Jahr hatte Teva
auch für die Generikasparte der Darmstädter Firma Merck geboten, ist aber abgesprungen (siehe Interview). Außerdem wird Teva
immer wieder als möglicher Käufer für den drittgrößten deutschen Generikahersteller Stada
genannt.
In Deutschland rangiert der Weltmarktführer Teva
noch unter ferner liefen - mit zuletzt rund neun Mill. Euro Umsatz auf Platz 100 der Liste der umsatzstärksten Anbieter. Dennoch will Van Odijk mit Teva
auch in Deutschland mittelfristig in die Führungsriege aufsteigen. "Wir wollen in den nächsten fünf Jahren den Sprung unter die größten fünf Anbieter in Deutschland schaffen", so Van Odijk.
Branchenvertreter wie Peter Schneider, Präsident des Branchenverbands Pro Generika, halten solche Pläne für wenig realistisch: Hierzulande spielen Markengenerika eine große Rolle, und dieses Geschäft wird maßgeblich von den drei großen Anbietern Ratiopharm, Hexal (Novartis) und Stada
bestimmt.
2007 noch hatte Teva
durch Rabattverträge mit der AOK Boden gewinnen können. Die Entscheidung des Landessozialgerichts Baden-Württemberg von Ende Februar, dass die AOK-Ausschreibung rechtswidrig sei, hat dieser Strategie erst einmal ein Ende gesetzt. Teva
-Manager Michael Ewers wurde gerade als deutscher Geschäftsführer abberufen und durch den ehemaligen McKinsey-Mann Sven Detlefs ersetzt. McKinsey berät Teva
-CEO Schlomo Yanai bei seiner Wachstumsstrategie.

