TGV-Hersteller
Alstom spürt Konjunkturflaute

Der französische Industriekonzern Alstom verzeichnet weniger Großaufträge als im vergangenen Jahr. Darunter leidet der Umsatz des Unternehmens. Für den deutschen Rivalen Siemens sind das keine guten Nachrichten.
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ParisAlstom hat wegen der lahmenden Konjunktur in Europa deutlich weniger Großaufträge an Land gezogen. Der für die künftige Umsatzentwicklung entscheidende Auftragseingang brach in den drei Monaten bis Ende Juni um rund ein Drittel ein auf 4,07 Milliarden Euro, wie der Siemens-Rivale am Mittwoch bekannt gab. Der Umsatz verringerte sich im ersten Geschäftsquartal um zwei Prozent auf 4,58 Milliarden Euro. Den schwachen Start ins neue Geschäftsjahr begründete der Hersteller des Hochgeschwindigkeitszuges TGV vor allem mit dem schwierigen Wirtschaftsumfeld in seinem wichtigen europäischen Markt. In der derzeit rezessionsgeplagten Euro-Zone macht Alstom etwa ein Viertel seines Umsatzes.

Aufträge würden weiter ausgeschrieben, vor allem mit Blick auf die Schwellenländer, erklärte Alstom-Chef Patrick Kron. „Doch der Zeitplan bleibt, wie üblich, sehr ungewiss”, sagte er. Alstom stellt unter anderem Züge und Turbinen für Kraftwerke oder Windanlagen her. Das Geschäft ist stark konjunkturabhängig. Wenn sich Großaufträge verzögern, kommt es zu starken Schwankungen in der Umsatzentwicklung. Bereits im Mai hatte Alstom seine Umsatzprognose für die nächsten drei Jahre gekürzt, weil sich bei einigen Kunden wegen der schwierigen Wirtschaftslage Großprojekte verzögern.

Für das gerade begonnene Geschäftsjahr 2013/14 bekräftigte Alstom seine Prognose. Demnach soll das organische Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich liegen. Die Marge wird stabil erwartet. Die Umsätze dürften im Jahresverlauf wieder anziehen.

Für den Konkurrenten Siemens, der seinerseits mit Problemen im Zug- und Energietechnikgeschäft zu kämpfen hatte, sind die Zahlen kein gutes Omen. Die Münchner wollen ihre Quartalsbilanz nächste Woche vorlegen. Alstom-Aktien reagierten im frühen Handel in Paris mit Aufschlägen von 2,5 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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