Thales wohl aus dem Rennen
Thyssen-Krupp und EADS paktieren bei Atlas-Kauf

Thyssen-Krupp und Airbus-Mutter EADS bieten gemeinsam für den U-Boot-Ausrüster Atlas Elektronik. Damit wäre der französische Thales-Konzern wohl aus dem Rennen.

HB FRANKFURT. Thyssen-Krupp strebe 60 Prozent und EADS 40 Prozent an dem Unternehmen an, teilten die beiden Unternehmen am Montag mit und bestätigten damit eine entsprechende Meldung der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Bremen solle im Fall des Zuschlags als Standort und Hauptsitz erhalten werden. Die britische Atlas-Eigentümerin BAe Systems hat den Rüstungszulieferer vor einigen Wochen zum Verkauf gestellt.

Damit kommt die von der Bundesregierung favorisierte Lösung beim anstehenden Verkauf von Atlas Elektronik zum Tragen: eine deutsche Lösung mit Thyssen-Krupp oder mit EADS. Einen Verkauf an den französischen Thales-Konzern werde die Regierung aus sicherheitspolitischen Gründen wohl stoppen, hatte das Handelsblatt erfahren.

Das deutsche Außenwirtschaftsrecht gibt der Bundesregierung ein Vetorecht, wenn ein ausländisches Unternehmen mehr als 25 Prozent an einer deutschen Rüstungsfirma oder einem Unternehmen mit Kernkompetenzen im Rüstungsbereich kaufen will. Allerdings ist Atlas Elektronik schon in ausländischem Besitz. Eigentümer ist der britische Rüstungskonzern BAE Systems. Dennoch besteht nach Überzeugung der Bundesregierung eine Zuständigkeit, denn bei Atlas Elektronik handle es sich um ein hier „gebietsansässiges Unternehmen“, sagte eine Sprecherin der Wirtschaftsministeriums.

Erst vor einer Woche hatte die Regierung das Gesetz noch einmal verschärft, um auch den Verkauf von Unternehmen mit Kernkompetenzen in militärischer Produktion verhindern zu können. Berlin sicherte sich auf diese Weise ein Mitspracherecht bei dem Verkauf der Daimler-Chrysler-Tochter MTU-Friedrichshafen.

Atlas stellt Elektronik für U-Boote und Schiffe, Minenjagdsysteme und maritime Verkehrsleitsysteme her und setzt rund 300 Mill. Euro im Jahr um. Unter dem Dach des Industriekonzerns Thyssen-Krupp befindet sich der neue deutsche Werftenverbund, zu dem auch der Kieler U-Boot-Bauer HDW zählt.

Der Bieterwettkampf um den Bremer Rüstungszulieferer geht in die entscheidende Phase. Nachdem die Interessenten in die Bücher des Unternehmens blicken konnten, endet in dieser Woche die Frist für verbindliche Angebote.

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