Thema variable Vergütung abgesetzt
Für Daimler-Chrysler-Aufsichtsrat bleibt vorerst alles beim Alten

Daimler-Chrysler hat rund zwei Wochen vor der Hauptversammlung in Berlin die umstrittene Umstellung der Aufsichtsratsvergütung von der Tagesordnung gestrichen.

HB STUTTGART. Als Grund nannte der Autokonzern am Dienstag in Stuttgart die mögliche Rechtsunsicherheit nach dem Urteil des Bundesgerichtshofes (BGH) zu Aktienoptionsprogrammen für Aufsichtsräte. Daimler-Chrysler wollte rund ein Viertel der Aufsichtsratsbezahlung vom Aktienkurs abhängig variabel gestalten. Dieser Vorschlag war in einem Gegenantrag zur HV am 7. April von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DWS) unter Hinweis auf das BHG-Urteil abgelehnt worden.

Das Gericht hatte Aktienoptionen für Aufsichtsräte unter bestimmten Voraussetzungen abgelehnt. Aktienoptionen, die aus bedingtem Kapital geschaffen oder aus eigenen Aktien bedient werden sollten, hatte der BGH für unzulässig erklärt. Daimler-Chrysler wollte diese Entscheidung berücksichtigen, indem man den Aufsichtsräten den variablen Teil der Vergütung in „Phantomaktien“ gewähren wollte. Bei „Phantomaktien“ besitzt man das Recht, innerhalb bestimmter Fristen den Gegenwert einer normalen Aktie verlangen zu können. Bei einem Kursanstieg im Verlaufe der Tätigkeitsdauer wäre die Gesamtvergütung der Aufsichtsrats-Mitglieder gestiegen. Daimler-Chrysler sah sich mit diesem Vorschlag auch auf der Linie der Regierungskommission Corporate Governance.

Weil eine Prüfung ergeben hatte, dass nach dem am 15. März veröffentlichten BGH-Urteil eine Ausrichtung der variablen Aufsichtsratsvergütung am Aktienkurs generell unzulässig sein könnte, nahm man das Thema von der Tagesordnung des Aktionärstreffens. Allerdings ist der Stuttgarter Autobauer unverändert der Auffassung, dass das für die Hauptversammlung vorgeschlagenen Modell nicht vom dem BGH-Urteil erfasst wird. „Der BGH und die Kommission sollen uns sagen, wie wir es machen sollen und so machen wir es dann“, meinte ein Konzernsprecher am Dienstag.

Begleitet von heftiger Kritik von Kleinaktionären hatte die Daimler-Chrysler Hauptversammlung im vergangenen Jahr mit über 94 % Zustimmung die Erhöhung der Bezüge für Aufsichtsräte von 51 000 € auf 75 000 € beschlossen. Die Vergütung des Aufsichtsratsvorsitzenden Hilmar Kopper war von 102 000 € auf 225 000 € erhöht worden.

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