Thrombosemittel
Bayer forciert Entwicklung von Xarelto

Bayer macht weitere Fortschritte mit seinem Thrombosemittel Xarelto. Der Konzern hat bereits weitere Zulassungen in Europa und den USA angestrebt. Bei einer Lungenembolie-Studie hat das Mittel positiv abgeschnitten.
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FrankfurtBayer macht weitere Fortschritte mit seinem Thrombosemittel Xarelto zur Bekämpfung von gefährlichen Blutgerinnseln. Der Leverkusener Konzern und sein Partner Johnson & Johnson wollen nun im zweiten Quartal für Xarelto in den USA die Zulassung zur Behandlung von tiefen Venenthrombosen sowie zur Bekämpfung von Lungenembolien beantragen, wie Bayer am Montag in Berlin mitteilte. In Europa, wo Ärzte bei Venenthrombosen bereits die Tablette geben dürfen, will sich Bayer dann die Erweiterung der Zulassung auf Lungenembolien genehmigen lassen. Xarelto, dessen Haupteinsatzgebiet in der Verhinderung von Schlaganfällen liegt, ist zur Zeit das wichtigste neue Medikament von Bayer. Alle Therapiegebiete zusammengenommen soll die Arznei dem Konzern in der Spitze einmal mehr als zwei Milliarden Euro Umsatz im Jahr in die Kasse spülen. 2011 waren es 86 Millionen Euro.

Bayer rechnet sich die größten Umsatzchanchen für das Medikament im Gebiet Schlaganfallprävention aus. Die Behörden in Europa und in den USA hatten der Tablette für den Einsatz in diesem Krankheitsfeld 2011 grünes Licht gegeben. Auch zum Schutz vor Thrombosen nach größeren orthopädischen Operationen ist der Gerinnungshemmer bereits auf dem Markt. Das ist allerdings ein eher kleines Therapiegebiet für das Medikament. Die Behandlung von Venenthrombosen und Lungenembolien werde hingegen 15 bis 20 Prozent zum Gesamtumsatz mit Xarelto beitragen, sagte Frank Misselwitz, Leiter der Entwicklung Herzkreislauf-Medikamente bei Bayer.

Der Konzern stellte am Montag auf einem Medizinerkongress in Chicago Ergebnisse einer Phase-III-Studie mit dem Präparat vor. Dabei wurde die Tablette beim Einsatz zur Behandlung von Lungenembolien und zum Schutz vor erneut auftretenden Thromboembolien getestet. Nach Angaben von Bayer erwies sich die Tablette in dem Test als genauso wirksam wie eine Standardtherapie bestehend aus dem Mittel Enoxaparin und einem Vitamin-K-Antagonisten wie etwa Warfarin. Auch die Blutungsraten - ein bei Gerinnungshemmern wichtiger Sicherheitsaspekt - seien vergleichbar gewesen. Allerdings seien schwere Blutungen bei einer Behandlung mit Xarelto deutlich seltener aufgetreten.

An der Studie mit dem Namen „Einstein-PE“ nahmen insgesamt 4833 Patienten mit akuter Lungenembolie teil. Sie wurden über drei, sechs oder zwölf Monate behandelt. Lungenembolien können entstehen, wenn sich größere Blutgerinnsel aus den Venen losreißen und mit dem Blutstrom in die Lunge wandern. Dort können die Gerinnsel große Gefäße blockieren, was lebensbedrohlich ist.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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