Thyssen-Deal
Abu Dhabi Mar ist erste Wahl für HDW

Die Spekulationen über einen Einstieg lagen falsch: Thyssen-Krupp verkauft eine Minderheitsbeteiligung am U-Boot-Bauer Howaldtswerke Deutsche-Werft (HDW) an Abu Dhabi Mar. Kritiker warnen vor einem Technologie-Abfluss an den Golf. Was sich Thyssen-Krupp von dem Deal verspricht.
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FRANKFURT. Der Industriekonzern Thyssen-Krupp hat sich auf einen Verkauf einer Minderheitsbeteiligung an dem U-Boot-Bauer Howaldtswerke Deutsche-Werft (HDW) an Abu Dhabi Mar festgelegt. „Wir verhandeln mit Abu Dhabi Mar und haben mit dem Investor Exklusivität vereinbart“, sagte eine Konzernsprecherin. Sie erteilte damit Spekulationen über einen Einstieg eines deutschen Interessenten eine Absage.

Der Schiffsbauer Abu Dhabi Mar will 24,9 Prozent der Kieler HDW übernehmen. Die unternehmerische Führung wird damit bei Thyssen-Krupp verbleiben. Dem Vernehmen nach regt sich in Berlin Kritik an dem Einstieg, da HDW mit seinem Brennstoffantrieb als weltweit führend im Bau konventioneller Unterseeboote gilt.

Vor allem das deutsche Militär befürchtet einen Abfluss von Technologie an den Golf. Gefährdet sehen die Firmen den Deal dadurch aber nicht. „Die entscheidenden Stellen haben dem Deal zugestimmt“, hieß es im Umfeld der Unternehmen

Verbund mit Abu Dhabi Mar soll neue Kunden erschließen

Mit der Bremer Lürssen-Werft, die wie Abu Dhabi Mar Kriegsschiffe und Megayachten baut, gibt es auch einen deutschen Interessenten. Dem Vernehmen nach hat Thyssen-Krupp mit Lürssen wie auch mit der französischen Staatswerft DCNS die Möglichkeit einer Zusammenarbeit bei U-Booten ausgelotet. Ein Verbund mit Abu Dhabi Mar gelte aber als erfolgversprechender, da über diesen neue Kunden erschlossen werden könnten, vor allem islamische Länder, die ihre Küsten schützen wollen.

Die Kooperation bei HDW soll dem Vorbild bei Überwasserschiffen folgen. Thyssen-Krupp will den zivilen Bereich seiner Werft Blohm+Voss mehrheitlich an Abu Dhabi Mar abgeben und das Geschäft mit Fregatten und Korvetten in ein Joint Venture mit den Arabern einbringen. Wenn sich die Zusammenarbeit bei den Überwasserschiffen bewährt hat, soll der Einstieg bei HDW unter Dach und Fach gebracht werden.

Allerdings wird sich die Übernahme von Blohm+Voss bis ins nächste Jahr verzögern, da die Prüfung der Bücher länger in Anspruch nimmt als geplant, wie aus dem Umfeld der Unternehmen verlautete. mur

Kommentare zu " Thyssen-Deal: Abu Dhabi Mar ist erste Wahl für HDW"

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  • Ach Kempf! Wieso Technologie???

    Schiffe zu verschweißen ist bei Gott nicht HiTech. Und die Elektronik der U-boote ist Hundertfach in "heißes" Ausland verkauft worden. Offiziell, über Stroh-Länder oder von Mitarbeitern (Managern) der Werft gegen volle Geldkoffer.

    Wie kann man auf den Gedanken kommen, dass da noch irgend etwas besonderes an der HJDW sei?

    Heißen Sie mit Vornamen zufällig Peter-Harry?

  • Es findet wieder einmal Ausverkauf deutscher Technologie statt, schade.

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