Thyssen-Krupp: Aktionäre entlasten angezählten Hiesinger

Thyssen-Krupp
Aktionäre entlasten angezählten Hiesinger

Die Hauptversammlung bei Thyssen-Krupp leitet eine Zeitenwende ein. Und obwohl der Konzern beim nötigen Umbau auf externe Hilfe angewiesen sein könnte, werden zwei umstrittene Köpfe in ihrem Amt bestätigt.
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BochumDefizitäre Stahlwerke in Amerika, ein misslungener Verkauf von Geschäftsteilen und der dritte Milliardenverlust in Folge: Thyssen-Krupp steckt in einer existenziellen Krise.

Das ist auch vor dem Ruhrcongress in Bochum zu spüren, wohin der Konzern seine Aktionäre zur 15. Hauptversammlung geladen hat. Es sind nur eine Hand voll Gewerkschaftsvertreter, die vor der Halle demonstrierten, doch die Nachricht auf ihren Flugblättern hat es in sich: „Wasser predigen - Sekt saufen!“ Mit diesen markanten Worten greifen sie den Vorstand direkt an. Die Unzufriedenheit in der Belegschaft sitzt tief angesichts immer größer werdender Entbehrungen und Personalabbau – bei gleichzeitig steigenden Vorstandsgehältern.

Vor wenigen Jahren als Hoffnungsträger angetreten, den vom Stahl abhängigen Ruhrkonzern grundlegend umzubauen, muss Vorstandschef Heinrich Hiesinger am Freitag bei der Hauptversammlung den Aktionären den erneuten Milliardenverlust und das Ausbleiben einer Dividende erklären. „Thyssen-Krupp war in vielen Geschäftsfeldern und Funktionen nicht mehr wettbewerbsfähig. Und die grundlegenden Veränderungen, die wir in allen Unternehmensteilen angestoßen haben, werden Zeit brauchen“, sagt er.

Die Aktionäre des Ruhrkonzerns sind Kummer gewohnt, doch einigen der Anteilseigner geht der Umbau nicht schnell genug. „Sich aus einem Land zurückziehen, wo die Energiekosten niedrig sind, ist sehr fraglich“ oder „Der Verkauf des Brasilien-Werks geht viel zu langsam“, ist im Foyer zu hören. Die Geduld scheint am Ende, es wird mehr gefordert als die Beteuerungen Hiesingers, der Konzern sei auf dem richtigen Weg.

Den meisten Applaus gibt es nicht für den Vorstand oder den Aufsichtsrat, sondern wenn Aktionäre bei ihren Reden eben jene Konzernmanager direkt angreifen. Harmonie und Zufriedenheit mit der Unternehmensführung sehen anders aus. Hiesinger selbst, hatte im Vorfeld der Versammlung im Interview mit dem Handelsblatt Fehler eingestanden.

Kommentare zu " Thyssen-Krupp: Aktionäre entlasten angezählten Hiesinger"

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  • Der kann es nicht. Er ist seit über 3 Jahren dort und hat NICHTS bewegt - doch, Bereiche an Wettbewerbern verschenkt. Da können hier noch so viele MA von TK das Gegenteil posten, Hiesinger hat komplett versagt. Ist halt wie sein Herrchen Cromme ein Nichtsnutz.

  • Das wird doch ein weiteres Verlustjahr geben. Jetzt ist nur noch die Rede davon, dass man beim bereinigten EBIT die Richtung ausgeglichenes Ergebnis anvisiert. Wenn man den Rest von Outokumpu gänzlich abschreiben muss (350 Mio.), die Belastungen von TKCSA weiter trägt, dann hilft auch die Elevatorsparte nicht viel weiter. Hiesinger hat mich schon wieder enttäuscht.

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