Thyssen-Krupp
Auch Tata-Betriebsrat ist gegen Stahlfusion

Der Betriebsrat von Tata Steel in den Niederlanden ist gegen die geplante Fusion mit der Stahltochter von Thyssen-Krupp. Die Arbeitsplätze würden gefährdet, zudem sei die Finanzierung des Unternehmens unklar.
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Amsterdam, DüsseldorfNach den Protesten der Stahlkocher von Thyssen-Krupp wächst auch bei den Beschäftigten von Tata Steel in den Niederlanden der Widerstand gegen die geplante Fusion. Der Gesamtbetriebsrat von Tata Steel Nederland (TSN) teilte am Freitag mit, dass er die Pläne nicht unterstützen werde. Diese würden für die rund 10.000 Tata-Beschäftigten in den Niederlanden nicht gut verlaufen. Es werde wohl kaum bei den von Thyssen und Tata angekündigten Abbau von insgesamt 4000 Stellen bleiben.

„Es ist vollkommen unklar, wie das neue Unternehmen finanziert wird und bei wem die Schulden untergebracht werden“, hieß es. TSN mit seinem großen Werk in Ijmuiden sei bislang ein gesundes Unternehmen geblieben, obwohl ständig Dividenden an den Anteilseigner ausgeschüttet wurden, mit denen die Funktionsfähigkeit des Schwesterunternehmens in Großbritannien sichergestellt worden sei. Tata betreibt in Port Talbot das größte Stahlwerk des Landes, das über Jahre Verluste schrieb. Das geplante Joint Venture schließt alle drei Länder ein.

„Das neue Unternehmen wird, den aktuellen Erwartungen zufolge, große Teile der unterstützenden Dienste in Niedriglohnländer auslagern“, kritisierte der Betriebsrat. Zudem verlöre TSN einen Großteil seiner Unabhängigkeit, etwa in Bezug auf den eigenen Cashflow, was große Folgen für die Investitionen haben werde. Auch die Leitung des Gemeinschaftsunternehmens werde sehr schwierig. „Der Widerstand in Deutschland gegen dieses Joint Venture ist mindestens ebenso groß wie in den Niederlanden und das verheißt nichts Gutes.“ Er fürchte zudem, dass die niederländische Tochter aufgelöst werden könne, sagte Betriebsratschef Frits van Wieringen.

Thyssen-Krupp wollte sich zu der niederländischen Tata-Tochter nicht äußern. Was den geplanten Jobabbau betrifft, verwies der Konzern auf die Äußerungen bei der Bekanntgabe der Grundsatzvereinbarung mit Tata Ende September. Die Unternehmen hatten erklärt, dass voraussichtlich in den kommenden Jahren bis zu 2000 Stellen in Verwaltungsbereichen und möglicherweise bis zu 2000 Stellen in der Produktion abgebaut würden. Die Lasten sollten ungefähr hälftig auf die beiden Joint-Venture-Partner entfallen.

In Deutschland laufen die Stahlkocher von Thyssen-Krupp seit Monaten Sturm gegen die Pläne von Konzernchef Heinrich Hiesinger. Dieser will mit dem Joint Venture den zweitgrößten Stahlkocher Europas nach Arcelor-Mittal schmieden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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