Thyssen-Krupp: Brasilien-Hütte reißt Stahlkonzern wieder in die roten Zahlen

Thyssen-Krupp
Brasilien-Hütte reißt Stahlkonzern wieder in die roten Zahlen

Der Abrutsch der Stahlpreise sorgt bei Thyssen-Krupp zu Beginn des neuen Geschäftsjahres für rote Zahlen. Die stabile Industriesparten können das schwache Stahlgeschäft des Ruhrgebietskonzerns nicht ausgleichen.

DüsseldorfDer rasante Verfall der Stahlpreise hat Thyssen-Krupp wieder in die Verlustzone gedrückt. Unter dem Strich wies der Essener Traditionskonzern im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres einen Fehlbetrag von 23 Millionen Euro aus. Ein Jahr zuvor stand dem noch ein Plus von 50 Millionen Euro gegenüber. Zuwächse im Industriegeschäft rund um Aufzüge, Autokomponenten und Anlagenbau konnten die Einbußen in der Stahlproduktion und Stahlhandel nicht ausgleichen. Der operative Gewinn (bereinigtes Ebit) schrumpfte stärker als von Analysten erwartet um gut ein Viertel auf 234 Millionen Euro.

Trotz des schlechten Starts hält der Konzern an seiner Ergebnisprognose fest. So will Thyssen-Krupp am Ende des Geschäftsjahres einen operativen Gewinn zwischen 1,6 und 1,9 Milliarden Euro vorweisen. „Voraussetzung ist allerdings eine Erholung der Werkstoffgeschäfte in der zweiten Geschäftsjahreshälfte“, betonte am Freitag erneut Finanzvorstand Guido Kerkhoff.

Während viele Branchenexperten daran starke Zweifel haben, sieht Kerkhoff inzwischen eine Bodenbildung: „In Europa haben sich die Stahlpreise stabilisiert, in den USA und China sind sie zuletzt sogar leicht angestiegen“, sagte er. Auch hätten sich die Importe aus China zuletzt nicht weiter erhöht. Zudem hofft Kerkhoff auf eine stärkere Nachfrage der Stahlkunden, die ihre Lagerbestände inzwischen auf das Niveau des Krisenjahres 2009 heruntergefahren hätten.

Richtig schwach verlief bei Thyssen-Krupp das amerikanische Stahlgeschäft: So fuhr das Werk in Brasilien ein kräftiges Minus von 74 Millionen Euro ein – im ersten Quartal des Vorjahres war das Ergebnis noch ausgeglichen. Schon seit langem versucht der Konzern einen Käufer für seine defizitäre Tochter in Brasilien zu finden, Kerkhoff bestätigte, dass die Hütte in Südamerika „kein strategisches Asset für den Konzern ist“.

Angesichts des schwierigen Marktumfeldes halten Branchenexperten einen Verkauf derzeit für schwierig, zumal Thyssen-Krupp mindestens zwei Milliarden Euro dafür erzielen möchte, um keine neuen Abschreibungen auf den entsprechend hohen Buchwert vornehmen zu müssen.

Viel besser – vor allem im Branchenvergleich – schnitt dagegen die europäische Stahltochter des Traditionskonzerns ab. So schmolz der operative Gewinn (Ebit) um ein Drittel auf nur noch 51 Millionen Euro, immerhin schreibt Steel Europe als einer der wenigen Stahlproduzenten in Europa immer noch schwarze Zahlen.

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