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06.06.2007 

„Es bleibt bei der anlässlich des letzten Kohlespitzengesprächs gemeinsam von NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers und Bundeswirtschaftsminister Michael Glos bekundeten Unterstützung für Werner Müller als Vorstandschef des neuen, börsennotierten RAG-Konzerns“, sagte Kanzleramtsminister de Maizière.

Nach Informationen des Handelsblatts aus Regierungskreisen hatten sich Kanzlerin Angela Merkel und Müller am vergangenen Freitag zu einem vertraulichen Vier-Augen-Gespräch im Kanzleramt getroffen. Dabei habe Merkel dem RAG-Chef zugesichert, dass er Vorstandsvorsitzender des an die Börse strebenden Industriekonzerns bleiben könne, falls er sich im Gegenzug bereit erkläre, auf die Leitung der geplanten Kohlestiftung zu verzichten.

Müller selbst hatte bislang darauf bestanden, Vorsitzender der Kohlestiftung zu werden, aus deren Erträgen die Ewigkeitskosten des Steinkohlebergbaus beglichen werden sollen. Das Stiftungskapital speist sich aus den erwarteten Milliardenerträgen eines Börsengangs des „weißen Bereichs“ der RAG (Chemie, Energie, Immobilien). Die Alteigentümer des RAG-Konzerns – Eon, RWE, Thyssen-Krupp, Arcelor Mittal – wollen sich zuvor zum symbolischen Preis von jeweils einem Euro von ihren Anteilen trennen; im Gegenzug werden sie aus der Haftung für die Folgekosten des Steinkohlenbergbaus entlassen.

Rüttgers hatte sich in den vergangenen Wochen vehement dagegen gewehrt, Müller mit dem Stiftungsvorsitz zu betrauen. Rüttgers wirft Müller vor, im Landtagswahlkampf 2005 offen für den damaligen Ministerpräsidenten Peer Steinbrück (SPD) Partei ergriffen zu haben. Er befürchtete, Müller könne als Chef einer milliardenschweren Stiftung Einfluss auf die Politik in NRW nehmen. In Kreisen der Düsseldorfer Landesregierung hieß es jetzt, dem Ministerpräsidenten sei inzwischen jede Lösung recht, die ausschließe, dass Müller "auch nur für einen Tag Chef der Stiftung wird".

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