Thyssen-Krupp droht mit Stopp
„Schluss mit lustig“ beim Transrapid

Bei Thyssen-Krupp reißt langsam der Geduldsfaden. Seit Jahren debattiert das Bundesministerium ergebnislos über die Finanzierung einer Magnetschwebebahn am Münchner Flughafen, jetzt hat Thyssen-Krupp genug. Scheitert das Projekt, könnten Technologie und Arbeitsplätze nach China gehen.

HB SKARAMANGA/BERLIN. Thyssen-Krupp fordert binnen 18 Monaten eine endgültige Entscheidung über den Bau der Transrapid-Strecke in München. „Wir haben zu entscheiden, ob wir in Deutschland die Bücher für diese Technologie zumachen“, sagte Konzernvorstand Olaf Berlien am Wochenende im griechischen Skaramanga bei Athen. Die Entscheidung werde binnen anderthalb Jahren fallen. Der Bund und das Land Bayern müssen sich noch über die Finanzierung der rund 36 Kilometer langen Strecke zwischen dem Münchener Hauptbahnhof und dem Flughafen der bayerischen Landeshauptstadt einigen.

„Irgendwann ist Schluss mit lustig“, kritisierte Berlien die seit Jahren anhaltenden ergebnislosen Diskussionen um den Bau einer Transrapid-Strecke in Deutschland. Die Flughafenanbindung in München sei jetzt für lange Zeit „die letzte Chance“, die Transrapid-Technologie in Deutschland kommerziell zu nutzen. Zur weiteren Vermarktung sei eine Referenzstrecke in Deutschland unbedingt notwendig. „Sollte die Strecke München nicht zustande kommen, werden Thyssen-Krupp und Siemens die Technologie nicht weiter entwickeln können“, sagte er.

Das weitere Vorgehen ist nach Angaben des Vorstands noch nicht mit Siemens abgestimmt. Thyssen-Krupp könne als Entwickler der Magnetbahntechnologie aber durchaus eigenständig entscheiden. Siemens ist beim Transrapid für die Steuerungselektronik und die Leittechnik verantwortlich.

„In 18 Monaten entscheidet Thyssen-Krupp, ob die Technik an China geht. Der Transrapid wäre dann ein deutsch-chinesisches Produkt, was einen Technologie-Transfer nach China bedeuten würde“, warnte Berlien. Möglich seien dann der Verkauf der Technik, ein Gemeinschaftsunternehmen in China oder eine Vertriebspartnerschaft. In Deutschland würden dann keine Arbeitsplätze geschaffen. Bei einer gemeinsamen Vermarktung mit einem chinesischen Partner könne der Konzern innerhalb von drei bis fünf Jahren die Investitionskosten für den Verlustbringer wieder hereinholen.

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