Dort schwoll das Investitionsbudget weiter an: Zunächst auf 4,5 Milliarden Euro, vor zwei Jahren musste es der Aufsichtsrat um 200 Millionen Euro aufpolstern, kurz darauf erneut um eine halbe Milliarde Euro. Zu den 5,2 Milliarden Euro kommen noch Anlaufverluste und Reparaturen. "Wir sind heute bei knapp sieben Milliarden Euro", sagte ein Manager.
Vielleicht waren Schulz die Probleme in ihrer ganzen Dramatik gar nicht so bewusst. Vielleicht wurde er, wie er andeutet, von Untergebenen getäuscht. Fakt ist: Thyssen-Krupp steht mit dem Rücken zur Wand. Und mehrere Manager - darunter Ex-Stahlvorstand Köhler - mussten gehen.
Die Mehrausgaben in Brasilien fehlten zum Ausbau des Technologiegeschäfts. Nicht im Ansatz wurden die dafür vorgesehenen acht Milliarden Euro bereitgestellt. Mit der fatalen Folge, dass der hochprofitable Bereich im Markt zurückfällt. Um diesen Missstand zu beheben, holte Cromme den Siemens-Manager Hiesinger an die Spitze des Ruhrkonzerns.
Hiesinger war es nun, der nach den erneuten Schwierigkeiten das Projekt nüchtern und kühl durchrechnen ließ: "Was ist die Bude wert?" so lautete die Fragestellung, berichtet ein Manager. Seit Freitag ist die Antwort bekannt: 2,1 Milliarden Euro sind im amerikanischen Stahlgeschäft unwiederbringlich verloren, der größte Teil davon in Brasilien. Bei dem Betrag endete die Geduld von Beitz: Schulz musste gestern das Kuratorium der Krupp-Stiftung verlassen und sein Aufsichtsratsmandat bei Thyssen-Krupp aufgeben.
Der kräftige Vorname Thyssen, er ist mit seinem Abgang schwächer geworden.
Berthold Beitz hat nicht nur den Krupp-Konzern umgewandelt und deutsche Wirtschaftsgeschichte geschrieben, sondern ist vor allem eine der größten Persönlichkeiten unserer Zeit. Der Historiker Joachim Käppner hat eine Biografie über Beitz geschrieben, die dessen Leben umfangreich aufarbeitet. Es folgt eine Zusammenfassung.
Berthold Beitz wird am 26. September 1913 in Zemmin in Pommern geboren. Mutter Erna ist Kindermädchen, Vater Erdmann spielt im Militärorchester Trompete. Als Berthold ein Jahr alt ist, reitet der Vater mit Lanze und Gewehr in den Krieg. Er sieht seinen Sohn nur während der kurzen Fronturlaube. Im September 1916 kommt das zweite Kind der Familie zur Welt, Brunhild.
Nach dem Krieg zieht die Familie nach Demmin. Erdmann findet Arbeit im Finanzamt. Es folgen weitere Umzüge 1920 und 1925, als die Familie im schönen Greifswald landet. Berthold ist ein recht fauler Schüler, der sogar einmal sitzen bleibt. Obwohl der Vater dies nicht gern sieht, haben sie ein gutes Verhältnis.
Berthold ist mit seinem kurzen, blonden Haar und den klaren Gesichtszügen der Schwarm der Mädchen. Zudem hat er viele Freunde. Einer der besten in Karl-Heinz Bendt, der ihn wie viele andere „Bobby“ ruft. Sie werden sich in einer lebensbedrohlichen Situation im Kriege wieder sehen.
Vater Erdmann gehört zwar dem rechtskonservativen Bund „Stahlhelm“ an und kann mit der Weimarer Republik nichts anfangen, aber er wird wie später auch Berthold nie Mitglied der NSDAP. Die ist ihnen zu brutal und radikal. Berthold Beitz ist 19 Jahre als, als die Nazis an die Macht kommen. Er hat sich laut eigener Aussage „nicht darum gekümmert“. Wichtiger als die politische Entwicklung ist Berthold Beitz sein Abitur, das er 1934 ablegt – ohne zu glänzen.
Der junge Mann würde gern Medizin studieren, doch nach dem Börsencrash 1929 fehlen der Familie die finanziellen Mittel, da im Zuge dessen die Gehälter gesunken sind. Also heißt es Geld verdienen und das tut Berthold Beitz von 1934 an dank der guten Verbindungen des Vaters in der Zentrale der Pommerschen Bank in Stralsund. Für 30 Mark im Monat beginnt er seufzend eine Banklehre.
Der Job ist langweilig, aber das Privatleben spaßig. Berthold Beitz ist ein fröhlicher junger Mann, der das Leben genießt. Am liebsten hört er Jazzplatten. Die Fahrten ins leicht zu erreichende Berlin werden zum Highlight. Hier hat er eine Freundin und hier gibt es richtige Jazzclubs, vor allem das „Delphi“.
Zudem tritt Beitz in den Stralsunder Ruderverein ein, dem Mittelpunkt des damaligen Bürgertums. Er überzeugt sich sein sicheres, lässiges Auftreten und seine Ruderfähigkeiten. Der Clubversitzende Osthoff wird auf ihn aufmerksam und sein Förderer. Allerdings unter einer Bedingung: Beitz dürfe nicht rauchen, was er auch nie tat.
1937 beginnt der Ernst des Lebens so richtig: Seine Vorgesetzten sind von dem 25-Jährigen so angetan, dass sie ihn befördern. Dank seiner zupackenden Art wird Beitz stellvertretender Leiter der Filiale in Demmin. Angesichts seiner Herkunft ist allein dies schon ein viel versprechender Aufstieg. Beitz hat große Pläne: Ihn reizt die große Welt, Pommern ist ihm zu klein geworden. Er will nach New York oder Brasilien oder China. Doch seine Mutter stoppt den Drang, schließlich ist er der einzige Sohn und müsse daher in Deutschland bleiben.
Anfang 1938 wird Beitz zum Vorstellungsgespräch bei der Rhenania Ossag Mineralölwerke eingeladen, einer Tochter von Royal Dutch Shell. Im Mai 1938 zieht er schließlich nach Hamburg, seinem „Tor zur Welt“ und wird kaufmännischer Angestellter in der Revisionsabteilung der Deutschen Shell.
Und hier begegnet Beitz seiner großen Liebe. Die blonde Kollegin heißt Else Hochlein und ist damals gerade einmal 18 Jahre alt, also sieben Jahre jünger als Berthold. Kennengelernt haben sich die beiden beim Tennis. Sie werden jahrzehntelang ein Paar bleiben.
Zur Freude des Vaters absolviert Berthold Beitz von 1937 bis 1939 Wehrübungen. Als die Wehrpflicht 1935 eingeführt wurde, war er schon zu alt. Die Übungen sind für ihn keine große Last, er gehört zu den besten Schützen. Im Frühjahr 1939 wird er Feldwebel der Reserve und Offiziersanwärter. Beitz hat sich um einen Offiziersrang nicht deshalb beworben, weil es sei Ziel war, sondern um nicht in die SA oder SS eintreten zu müssen.
Als Deutschland am 1. September 1939 in Polen einfällt, hat Beitz Glück: Sein Regiment hat keine Offizierstelle frei. Er bekommt das Angebot, als Vertreter von Shell nach Polen zu gehen, um dort die Ölindustrie aufzubauen. Zögernd sagt er zu. Beitz erscheint diese Aufgabe sehr viel attraktiver als die des Soldaten, aber dafür muss er eine Zeit lang von Else getrennt leben.
In den ersten Monaten leidet Berthold Beitz sehr darunter, wohl wissend, dass seine Freundin schwanger ist. So reist er im Dezember 1939 zurück nach Hamburg und macht ihr einen Heiratsantrag. Die beiden werden einen Tag vor Sylvester getraut. Im April bringt Else Zwillinge zur Welt. Die zarte Ingrid verstirbt wenige Wochen später an einer Lungenentzündung, aber Barbara geht es gut. Später wird Berthold leitender Angestellter und es gelingt ihm, die Familie nachzuholen.
Als Hitler im Juni den Pakt der Tyrannen bricht und Russland angreift, soll Beitz wenig später auch den Weg gen Osten antreten und die Ölindustrie vor Ort auf Vordermann bringen. Hier in Boryslaw bekommt er einen Eindruck von der Brutalität, mit der das jüdische Volk behandelt wurde. Es sind Szenen des Grauens, auf die ihn nichts vorbereitet hat.
Beitz ist mit 27 Jahren für 13.000 Arbeiter verantwortlich. Und er versucht vom ersten Tag an, sie möglichst menschlich zu behandeln und sorgt für ausreichend Ernährung. Doch die Maßnahmen der Wehrmacht und SS sind grausam. Allein bis Anfang 1942 sterben in Boryslaw rund 3000 Juden. Die Übrigen vegetieren unter schrecklichen Umständen dahin. Beitz stellt möglichst viele von ihnen bei sich in der Firma ein und versucht so, sie zu retten.
Obwohl Beitz geschickt und vorsichtig vorgeht, gerät er ins Blickfeld der Gestapo. Ende 1942 bekommt er eine Vorladung und muss nach Breslau. Es scheint eine Reise ohne Wiederkehr zu sein. Doch plötzlich steht Karl-Heinz Brecht vor ihm, der Schulfreund aus Kindertagen. Der Gestapo-Mann zerknüllt das belastende Papier und steckt Beitz proforma drei Tage in eine Zelle. Als Beitz nach Boryslaw zurückkommt, hat er aufgrund des „Wunders“ den Nimbus weg, dass er allerbeste Beziehungen nach „ganz oben“ haben muss. Beitz wird sich später bei Bendt umfangreich bedanken und ihn bei Krupp einstellen.
Beitz rettet weiterhin Juden und spielt sein gefährliches Spiel weiter. Ein Mädchen wird nach dem Krieg schreiben „Er war wie Gott persönlich!“. Doch Beitz meinte stets: „Ich habe nie das Gefühl gehabt, Herr über Leben und Tod zu sein. Ich war nicht der liebe Gott.“ Im Laufe des Jahres 1943 werden seine Spielräume immer enger, er wird isoliert.
Doch die Gefahr lauerte in Boryslaw auch von anderer Seite. Bei einem Waldspaziergang mit seiner Frau schossen Unbekannte auf ihn. Beitz hatte eine Pistole bei sich und feuerte zurück. Im Nachhinein stellte es sich als Missverständnis heraus. Denn die Täter waren polnische Untergrundkämpfer. Zu denen hatte Beitz gute Beziehungen und konnte so fortan unbeschwert Waldspaziergänge machen.
Bei seiner Rettungsaktion bekam Beitz Hilfe von einem SS-Mann namens Friedrich Hildebrand, bei dem sich das schlechte Gewissen wecken ließ. Mit dessen Autorität ließen sich wieder Dinge bewegen und Menschenleben retten. Er brachte mehr als 1200 Juden als echte oder angebliche Rüstungsarbeiter durch das fürchterliche Jahr 1943. Wie viele Menschenleben Beitz tatsächlich retten konnte, bleibt aber ungewiss. Vor allem, weil er 1944 an die Fronst muss.
Im März 1944 ist der Mangel an kampffähigen Männern an der Ostfront so groß, dass auch Industrielle wie Beitz an die Front müssen. „Heldenklau“ nannte des der Volksmund damals. Als der Feldwebel der Reserve die Nachricht bekommt, rät er den Juden nur: „Haut ab in die Wälder!“ Dort waren Höhlen und geheime Bunker bereits angelegt.
Berthold Beitz muss im Januar 1945 an die Ostfront und wird gefangen genommen. Gemeinsam mit einem Kameraden kann er fliehen und sich Richtung Westen bis zur Oder durchschlagen. Deren Westufer wird zu dem Zeitpunkt noch von der Wehrmacht gehalten. Die beiden rutschen über den gefrorenen Fluss und retten ihr Leben.
Der verwundete Beitz wird nach Berlin gebracht, muss kaum genesen aber wieder Abschied von Frau und Kind nehmen und wieder an die Front. Doch er hat Glück und „darf“ in den Süden verlegt werden. Sein Kommandant zeigt zudem einen Rest von Menschlichkeit, als er Beitz nicht bestraft, als dieser sich weigert, einen Fahnenflüchtling zu erschießen. Am 15. April 1945 darf er heimgehen und strandet auf dem Weg bei Verwandten in Weimar. Von dort aus schlägt sich Beitz ins zerstörte Hamburg durch.
Eine honorige Wirtschaftszeitung sollte auch erwähnen, mit wieviel Milliarden Schulden damals Krupp in die Fusion mit Thyssen eingetreten ist !
Die Schrottbude Krupp zog die damals solvente Thyssen-Hütte herunter und führte dazu den Schlendrian der Kruppianer ein.
Schade um Thyssen...
u like wo write holiest shit?
The Krupp family just had been outed as quite as crap minded.
So what?
On the other hand: mind qould b a question of a laid back - our famliy had been gazed out: c pls c - we are germans n we ve no probs with
Wir haben keine Probleme damit und wir lassen uns auch nicht von anderen erklären welche wir damit haben sollten.
Wir gehen der Krupp-Family auch nicht weiter auf den Sack, weil die Krupp Family stets der letzte Scheiß war.
Das wußten damals alle und das wissen auch heute alle.
Daß die uns auch noch was zu fressen gegeben hatten damals, das macht diesen Scheißdreck nicht notabler.
imho
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