Thyssen-Krupp
Rote Zahlen und protestierende Stahlarbeiter

Der operative Gewinn des Industriekonzerns Thyssen-Krupp liegt über den Markterwartungen. Doch unter dem Strich steht ein dickes Minus. Teile der Belegschaft demonstrieren heute gegen die Fusionspläne der Stahlparte.
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DüsseldorfDeutlich bessere Stahlpreise und ein weitgehend stabiles Industriegeschäft haben die Belastungen von Thyssen-Krupp durch die hohen Abschreibungen nach dem Verkauf seiner brasilianischen Stahlhütte CSA nicht ausgleichen können. Unter dem Strich schrieb der Konzern ein dickes Minus von knapp 600 Millionen Euro. Dennoch zeigte sich Konzernchef Heinrich Hiesinger zufrieden mit dem zum Ende September abgeschlossenen Geschäftsjahr: „Wir haben beim Auftragseingang den besten Wert seit Beginn der Strategischen Weiterentwicklung erreicht,“ sagte er am Donnerstag in Essen. „Unsere Wachstums- und Ergebnisziele haben wir übertroffen.“

So legte der Umsatz um rund neun Prozent auf knapp 43 Milliarden Euro zu, der operative Gewinn (Ebit) ohne die inzwischen verkaufte CSA verbesserte sich um 15 Prozent auf 1,72 Milliarden Euro. Dank der Einnahmen aus dem CSA-Verkauf und der im September vorgenommen Kapitalerhöhung verbesserten sich vor allem die Finanzkennzahlen des Konzerns: Die Nettoverschuldung sank von 3,5 auf zwei Milliarden Euro, das Eigenkapital legte im Gegenzug von 2,6 auf 3,4 Milliarden Euro.

Neben dem starken Wachstum bei den Auftragseingängen von 18 Prozent konnten die meisten Sparten des Konzerns auch beim operativen Gewinn deutlich aufholen. Den stärksten Sprung nach oben machte ausgerechnet das Werkstoffgeschäft, also die Stahltochter Steel Europe mit einem Zuwachs von über 70 Prozent und der Handel, der das bereinigte Ebit mit 312 Millionen Euro mehr als verdoppeln konnte. Grund dafür waren die deutlich höheren Preise, die derzeit im Stahlgeschäft zu erzielen sind. Sorgenkind bleibt hier der Anlagenbau, der sich mitten im Umbau befindet und dessen operativer Gewinn noch einmal um rund 70 Prozent auf 111 Millionen Euro einbrach.

Mit über 900 Millionen Euro und damit mehr als die Hälfte steuerte allerdings das Sparprogramm impact zur Ergebnisverbesserung bei.  „Die verbesserten operativen Zahlen zeigen, dass unsere Programme zur Steigerung der Leistungsfähigkeit wirken“, sagte Hiesinger.  „Wir werden weiter den profitablen Ausbau unserer Industriegütergeschäfte vorantreiben.“ Für das gerade begonnene Geschäftsjahr kündigte er ein bereinigtes Ebit zwischen 1,8 und zwei Milliarden Euro an. Auch werde der Jahresüberschuss den Wert des Vorjahres von 270 Millionen Euro deutlich übersteigen.

Für Hiesinger ist vor allem der starke Gewinnanstieg im Stahlgeschäft nach all den schlechten Jahren der Vergangenheit eine guter Nachricht – die aber die Verhandlungen mit der Arbeitnehmerseite über den angepeilten Zusammenschluss mit Tata nicht erleichtern dürften. Wegen der Fusionspläne mit dem indisch-britischen Konkurrenten herrscht seit Monaten große Unruhe beim größten deutschen Stahlkonzern.

In den vergangenen Tagen hatten die Gewerkschaften die Tonart noch einmal verschärft und mit der Ablehnung des Deals gedroht, sollte der Vorstand nicht zu weitreichenden Zugeständnissen bei der Standort- und Jobsicherung bereit sein. Hiesinger will mit der Tata-Fusion Überkapazitäten abbauen, Synergien in dreistelliger Millionenhöhe erzielen und zugleich die Bilanz des Konzerns durch die Mitgift von vier Milliarden Euro Verbindlichkeiten in das Joint Venture entlasten.

Er freue sich über das derzeit positive Marktumfeld für die Schwerindustrie, sagte der Manager am Donnerstag laut Redetext. „Aber davon lassen wir uns nicht blenden.“ Die strukturellen Probleme der Branche in Europa seien ungelöst. Im Flachstahlbereich gebe es immer noch erhebliche Überkapazitäten. In dem Joint Venture würden keine Maßnahmen ergriffen, die es nicht ohnehin geben würde. Im Gegenteil, die Belastungen würden wohl sogar geringer ausfallen. „Deshalb bin ich zuversichtlich, dass wir im Dialog mit den Arbeitnehmervertretern eine gute Lösung finden werden.“

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Stahlwerker auf den Barrikaden

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  • In ein paar Jahren bräuchte Deutschland so etwas wie Google, Facebook, Amazon oder Samsung.

    Leider Fehlanzeige.

    Mal schauen wo ein großer Teil unserer Bevölkerung in der Industrie 4.0 arbeitet und wie sich die Menschen aufgestellt haben und im neuen Zeitalter bewähren.


    Und vor allem, welche Sparten dann noch Geld verdienen und ob es genügend Menschen gibt, die man dafür im Land beschäftigen kann.

    Der Wandel im Zeitalter der Industrie 4.0 wird schneller kommen, als vielen lieb sein dürfte.


  • Ich verstehe den Vorstand nicht. Fakt ist das Stahlgeschäft macht unterm Strich plus. Aber die Fusion mit Tata ist "alternativlos" (insider). Was ist die wahre dieser Fusion Absicht? Stahlsparte mit Tata zusammen abstoßen und kaputtwirtschaften? Wofür soll sich ThyssenKrupp stark machen? Für Technologie ohne Stahl? Technologie funktioniert nicht ohne Stahl. Jedes Elektro-Bauteil wird aus Stahl gemacht, jede Anlage besteht zu 70% aus Stahl. Das Problem liegt im unfairen Wettbewerb der Nationen. Deutschland ist Umweltbewusst, China dagegen hauptsache billig an allen Ecken.

  • Ich verstehe den Vorstand nicht. Fakt ist das Stahlgeschäft macht unterm Strich plus. Aber die Fusion mit Tata ist "alternativlos" (insider). Was ist die wahre dieser Fusion Absicht? Stahlsparte mit Tata zusammen abstoßen und kaputtwirtschaften? Wofür soll sich ThyssenKrupp stark machen? Für Technologie ohne Stahl? Technologie funktioniert nicht ohne Stahl. Jedes Elektro-Bauteil wird aus Stahl gemacht, jede Anlage besteht zu 70% aus Stahl. Das Problem liegt im unfairen Wettbewerb der Nationen. Deutschland ist Umweltbewusst, China dagegen hauptsache billig an allen Ecken.

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