Thyssen-Krupp Stahlkocher fordern von Laschet Einsatz für Jobs

Arbeitnehmervertreter von Thyssen-Krupp richten sich an Ministerpräsident Armin Laschet. Die Regierung müsse sich für die Zukunft des Stahlbereichs in NRW einsetzen. Diese hatte zuvor ein aktives Einmischen abgelehnt.
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Bei der Stahlsparte des Industriekonzerns stehen Tausende Jobs auf dem Spiel. Quelle: dpa
Thyssen-Krupp

Bei der Stahlsparte des Industriekonzerns stehen Tausende Jobs auf dem Spiel.

(Foto: dpa)

DüsseldorfArbeitnehmervertreter der Thyssen-Krupp-Stahlsparte haben an den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet appelliert, sich für Stahlwerke und Arbeitsplätze zu engagieren. „Herr Laschet, wir fordern Sie auf, sich zur Sicherung unserer Standorte und unserer Arbeitsplätze sowie zur Zukunft des Stahlbereichs in NRW zu bekennen und dafür einzusetzen“, hieß es in einem am Mittwoch vorgelegten offenen Brief von Vertretern der Gewerkschaft IG Metall an den Thyssen-Krupp-Stahlstandorten. Die von Thyssen-Krupp angestrebte Zusammenlegung des Stahlgeschäfts mit dem indischen Konkurrenten Tata betrachteten die Arbeitnehmer „mit großer Sorge“. Eine Konsolidierung sei nicht notwendig, ein Festhalten an den Plänen von Seiten des Thyssen-Krupp-Managements mache keinen Sinn.

Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger will die Stahlgeschäfte der beiden Unternehmen zum zweitgrößten Stahlkonzern Europas nach ArcelorMittal verschmelzen. Gegen den Zusammenschluss hatten Tausende von Thyssen-Krupp-Stahlkochern demonstriert. Bei der Fusion sollen bis zu 4000 Jobs gestrichen werden, rund 2000 davon in Deutschland. Der fusionierte Konzern soll seinen Firmensitz zudem in den Niederlanden haben.

So kämpfen die Stahlkocher gegen Tata
Stahlkocher gegen Tata-Fusion
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Die Fusionspläne von Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger haben am Freitag bis zu 7000 Stahlkocher des Konzerns in Bochum auf die Straße getrieben. Das Bochumer Werk von Thyssen-Krupp gilt als eines, das durch die geplante Fusion der Stahlsparte mit dem Konkurrenten Tata Steel gefährdet sein könnte.

Totenglocke für den Stahl?
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Ein Stahlkocher von Thyssen-Krupp in Arbeitskleidung läutet während der Demo gegen die Tata-Fusion eine Stahlglocke. Konzernchef Heinrich Hiesinger sprach von bis zu 4000 Jobs, die durch die Gründung des neuen Gemeinschaftsunternehmens wegfallen – je 2000 bei Thyssen-Krupp und bei Tata. Der Betriebsrat befürchtet, dass deutlich mehr Jobs in Deutschland abgebaut werden könnten.

Reizfigur Hiesinger
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Der Zorn der Metaller richtet sich vor allem gegen Konzernchef Heinrich Hiesinger: Er treibt seit Jahren die Abspaltung des Stahlgeschäftes voran – und kämpft seither gegen den Widerstand der Arbeitnehmer.

Kreative Proteste-Plakate
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Die Metaller zogen vom Bochumer Werkstor in die Innenstadt. Auf ihren Plakaten warfen sie dem Thyssen-Krupp-Chef unter anderem mangelnden Durchblick vor.

Beitz-Erbe
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Andere Metaller sehen das Erbe des 2013 verstorbenen Krupp-Patriarchen Berthold Beitz in Gefahr.

Flaggen und Bengalos
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Mit Bengalos und Metaller-Fahnen zogen die Thyssen-Krupp-Stahlkocher durch die Bochumer Innenstadt.

Rücksichtslosigkeit
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Aber nicht nur die Thyssen-Krupp-Angestellten verschafften sich auf der Demonstration Gehör. So wirft auch der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds, Reiner Hoffmann, der Unternehmensleitung vor, keine Rücksicht auf die Interessen der Arbeitnehmer zu nehmen. Zudem würden Alternativen nicht geprüft. Der DGB-Chef ruft weiter die Landesregierung in NRW in die Pflicht, sich für den Erhalt des Firmensitzes einzusetzen.

Der CDU-Politiker Laschet hatte erst in der vergangenen Woche deutlich gemacht, dass die schwarz-gelbe Landesregierung sich nicht aktiv in die Beschlüsse um Firmensitz und Mitbestimmung einschalten wolle. Sie sei zwar für einen Erhalt von Standorten, der Mitbestimmung und einen Firmensitz in Duisburg. „Die Entscheidung wird aber das Unternehmen fällen“, sagte Laschet weiter. NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) hatte bereits Vorteile einer Fusion mit Tata Steel hervorgehoben.

  • rtr
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