Thyssen-Krupp
Suche nach der Zukunft der Edelstahl-Sparte

Verkauf, Abspaltung oder Börsengang: Thyssen-Krupp lässt für die Trennung von seiner Edelstahl-Sparte alle Möglichkeiten prüfen und präsentiert das neue Führungsteam.
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Düsseldorf Der Mischkonzern Thyssen-Krupp hat wichtige Weichen für die Trennung von seiner Edelstahl-Sparte gestellt. Der Essener Konzern gab mehreren Banken den Auftrag, ihn bei der Prüfung zu unterstützen, ob ein Verkauf, eine Abspaltung oder ein Börsengang die bestmögliche Lösung für die Sparte ist, wie ThyssenKrupp am Dienstag mitteilte. Zudem setzte ThyssenKrupp ein Führungsteam für die Sparte ein. 

Der neue Thyssen-Vorstandschef Heinrich Hiesinger hatte im Mai die Trennung von dem zyklischen Geschäft beschlossen, Thyssen-Krupp will aber mit einer Minderheit beteiligt bleiben. Hiesinger hatte für die Umsetzung der Pläne einen Zeithorizont von zwölf bis 18 Monaten genannt. 

Die Citigroup und die Deutsche Bank sollen die Trennung von der Sparte begleiten, teilte ThyssenKrupp weiter mit und bestätigte damit Informationen der Nachrichtenagentur Reuters von Anfang Juli. Auch die Bank Rothschild wurde hinzugezogen. Ein Börsengang wird als wahrscheinlichste Variante für die Zukunft der Sparte angesehen. Er ist Hiesingers Favorit und trifft auch bei den Arbeitnehmervertretern auf Zustimmung. Er wäre aber erst im kommenden Jahr möglich. Ein Verkauf an einen Konkurrenten gilt als kartellrechtlich schwierig: ThyssenKrupp Stainless ist der weltgrößte Hersteller von Edelstahl. Finanzinvestoren wiederum scheuen das Geschäft mit seinem Auf und Ab, das zudem stark von Rohstoffpreisen abhängig ist. Bekommt Hiesinger die Sparte anders nicht los, ist auch eine Abspaltung denkbar. Vorbild dafür ist der Wettbewerber Arcelor-Mittal. 

Die Thyssen-Krupp-Tochter beschäftigt 11.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete zuletzt einen Umsatz von sechs Milliarden Euro. Neben den deutschen Standorten Krefeld, Bochum und Dillenburg fertigt das Unternehmen den Werkstoff auch in Italien, China und Mexiko. Hiesinger will mit seinem Verkaufsprogramm den bis zu 6,5 Milliarden Euro hohen Schuldenberg des Konzerns abbauen. 

Zudem steht das Führungsteam für die Edelstahl-Sparte: Clemens Iller soll danach Chef der Sparte bleiben. Finanzvorstand solle der Thyssen-Krupp-Manager Reinhard Florey werden, teilte der Konzern weiter mit. Karsten Lork solle den weltweiten Vertrieb verantworten.

 

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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