Thyssen-Krupp und Salzgitter erhöhen Prognose
Stahl boomt

Die beiden größten deutschen Stahlkonzerne Thyssen-Krupp und Salzgitter profitieren von der gestiegenen Nachfrage nach Stahl. Weil beide Konzerne die gestiegenen Rohstoffkosten zudem zu einem großen Teil an ihre Kunden weitergeben, haben beide ihre Prognosen für das laufende Geschäftsjahr nach oben geschraubt. Auch kleinere Stahl-Unternehmen profitieren.

DÜSSELDORF/HANNOVER. Auch kleinere Firmen wie die SKW Stahl-Metallurgie blicken zuversichtlicher auf die Geschäftsentwicklung. Branchenführer Thyssen-Krupp hob für das Geschäftsjahr 2007/08 (per Ende September) die Latte für den Gewinn vor Steuern und wesentlichen Sondereffekten auf über 3,2 (Vorjahr: 3,8) Mrd. Euro an. Zuvor war der Konzern von mehr als drei Mrd. Euro ausgegangen. Der Branchenzweite Salzgitter rechnet mit einem Vorsteuergewinn von mehr als einer (1,3) Milliarde Euro, nachdem er zuvor mindestens 900 Mill. angepeilt hatte.

"Die Nachfrage nach Stahlprodukten entwickelt sich weiterhin sehr erfreulich, was sich auch in weiter steigenden Preisen äußert", erläuterte Thyssen-Krupp. "Die Erwartungen eines erneut guten Stahljahres bestätigen sich voll."

Kunden etwa in der Automobilindustrie und im Maschinenbau stöhnen bereits über die Aufschläge bei den Stahlprodukten. Sie haben die Hersteller zu mehr Augenmaß aufgefordert. Thyssen-Krupp und Salzgitter verweisen darauf, dass sie keineswegs die höheren Rohstoffkosten ohne Rücksicht auf ihre Abnehmer abwälzen. Der Einkauf habe sich im Halbjahr um 60 Mill. Euro verteuert, berichtete Salzgitter. In der zweiten Jahreshälfte erwarte der Konzern sogar noch höhere Kosten. Bislang sei es im Stahlbereich nicht gelungen, die Preissteigerungen vollständig weiterzugeben.

Thyssen-Krupp steigerte seinen Umsatz in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2007/08 um zwei Prozent auf 39,6 Mrd. Euro. Der Vorsteuergewinn ging allerdings um eine halbe Milliarde Euro auf 2,3 Mrd. Euro zurück. Hier wirkte sich vor allem das unter einem Preisverfall leidende Edelstahlgeschäft aus, das nach neun Monaten einen Rückgang des Ebt auf 86 (912) Mill. Euro verbuchte. Stärkster Gewinnbringer war erneut das Stahlgeschäft, das trotz Anlaufkosten für die geplanten Werke in Brasilien und den USA ein Ebt von 1,1 Mrd. Euro verbuchte.

Salzgitter erhöhte seine Erlöse aufgrund der gestiegenen Stahlpreise und der Einbeziehung der zugekauften Maschinenbaufirmen im ersten Halbjahr um ein Drittel auf 6,23 Mrd. Euro. Der Vorsteuergewinn ging zwar auf 646 (Vorjahr: 664) Mill. zurück, der Überschuss legte aber auf 437 (399) Mill. Euro zu. Mit den Zahlen übertraf der Konzern klar die Erwartungen von Branchenexperten.

Die bayerische SKW Stahl-Metallurgie hob nach starken Zuwächsen im ersten Halbjahr seine Prognose für 2008 ebenfalls an. SKW erwarte nun ein operatives Ergebnis (Ebitda) von 28 bis 30 Mill. Euro. Bislang war die Firma von 23 bis 25 Mill. Euro ausgegangen. Der Duisburger Stahlhändler Klöckner & Co hatte bereits am Mittwoch seinen Ausblick angehoben.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%