Thyssen-Krupp wird als Helfer gegen Übernahmeversuch gehandelt
„Weißer Ritter“ soll Salzgitter vor Verkauf ins Ausland bewahren

Die Übernahmespekulationen um den niedersächsischen Stahl- und Röhrenkonzern Salzgitter sorgen für Unruhe in der Branche. Im Fall einer Übernahmeattacke aus dem Ausland könnte Salzgitter möglicherweise mit Hilfe vom deutschen Branchenprimus Thyssen-Krupp rechnen.

DÜSSELDORF/FRANKFURT. Ein Frankfurter Investmentbanker sagte dem Handelsblatt, dass Thyssen-Krupp in diesem Fall erwäge, als so genannter weißer Ritter ein Angebot für eine freundliche Übernahme vorzulegen. Sprecher beider Unternehmen bezeichneten dies als Spekulation. Als Interessent für einen Einstieg bei Salzgitter gilt der hochprofitable russische Stahlhersteller Severstal, der stärker in Westeuropa Fuß fassen will.

Wie es in Branchenkreisen heißt, hat sich Thyssen-Krupp vor einem Jahr selbst mit einer Übernahme des kleineren Konkurrenten befasst, allerdings habe das Management das Projekt nicht weiter verfolgt. Stahl-Chef Ulrich Middelmann lehnt feindliche Übernahmen grundsätzlich ab. Außerdem hätte Thyssen-Krupp mit Widerstand der Gewerkschaften rechnen müssen.

Vorstandschef Wolfgang Leese sagte gestern zu den Übernahmespekulationen: „Wir fühlen uns durch die Sperrminorität des Landes Niedersachsen ausreichend geschützt.“ Das Land hält einen Anteil von 25,2 Prozent und hat wiederholt erklärt, das Aktienpaket nicht vor 2010 zu verkaufen. Außerdem gab Salzgitter gestern bekannt, bereits 6,5 Prozent eigene Aktien über die Börse erworben zu haben.

Die anhaltenden Übernahmespekulationen haben am Donnerstag den Aktienkurs in die Höhe getrieben. Das im MDax gelistete Papier legte bei ungewöhnlich hohen Umsätzen in der Spitze um mehr als 8 Prozent auf das neue Hoch von 37,60 Euro zu.

Seit Anfang September hat sich der Börsenwert Salzgitters damit um knapp 30 Prozent auf 2,4 Mrd. Euro erhöht. Damals kam das Gerücht auf, der britisch-niederländische Stahlkonzern Corus wolle den zweitgrößten deutschen Stahlhersteller unter seine Kontrolle bringen. Die im internationalen Maßstab vergleichsweise kleine, aber hochprofitable Salzgitter gilt als attraktives Übernahmeziel besonders für die führenden Konzerne aus der Stahlbranche, die allesamt expandieren.

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