Thyssengas
Macquarie sichert sich RWEs Ferngasnetz

Die australische Investmentbank Macqaurie weiter ihr Engagement im deutschen Versorgungsnetz aus. Der Energiekonzern RWE hat sein Ferngasnetz an das Institut veräußert – für einen kolpotierten Kaufpreis von bis zu einer Milliarde Euro. Die Australier stachen eine ganze Reihe aussichtsreicher Mitbewerber aus.
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HB FRANKFURT. Der Energiekonzern RWE hat der australischen Investmentbank Macquarie den Zuschlag für sein Ferngasnetz gegeben. Von Macquarie verwaltete Infrastrukturfonds übernehmen die RWE-Tochter Thyssengas mit ihrem 4100 Kilometer langen Pipeline-Netz in Nordwestdeutschland, wie die Unternehmen am Freitag mitteilten.

Zum Kaufpreis machten die Transaktionspartner keine Angaben. In der Branche wird der Wert des Netzes auf 500 Millionen Euro geschätzt. Aus Kreisen von mit Macquarie konkurrierenden Bietern war verlautet, dass der Zuschlag nicht nur vom Preis, sondern auch von der Strategie des Bieters abhängen solle. Macquarie teilte mit, vor der Zustimmung des RWE-Aufsichtsrats, der EU-Kommission und der Kartellbehörden würden keine näheren Informationen veröffentlicht.

Die australische Bank setzte sich gegen eine ganze Reihe von Bietern wie ein Stadtwerke-Konsortium um den Versorger Bayerngas durch, dem Kreisen zufolge ein Infrastrukturfonds des Versicherungskonzerns Allianz zur Seite stand. Nach Angaben von mit dem Verfahren vertrauten Personen hatten sich zeitweise auch die Immobilientochter der Deutschen Bank, RREEF, und der belgische Pipelinebetreiber Fluxys Hoffnungen gemacht.

RWE musste sich auf Druck der EU-Kommission von seinem Ferngasnetz trennen. Die Behörde verspricht sich davon mehr Wettbewerb. RWE hatte den Verkauf bereits im Jahr 2008 angekündigt und damit eine drohende EU-Kartellstrafe abgewendet.

Durch das Netz der Thyssengas fließen jährlich bis zu zehn Milliarden Kubikmeter Erdgas an 56 Betreiber örtlicher Verteilnetze. Dort gelangt das Gas an neun Millionen Haushalte und rund 150 Industrieunternehmen. Thyssengas beschäftigt 280 Mitarbeiter.

Zu Macquarie gehört in Deutschland unter anderem der Heizungs- und Wasserablesespezialist Techem.

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