Tiefbaukonzern
Bauer befürchtet kräftigen Dämpfer

Der Spezialtiefbaukonzern Bauer erwartet nach einem Gewinnsprung im vergangenen Jahr einen kräftigen Rückgang. Im laufenden Jahr wäre Bauer froh, dass Niveau von 2007 zu erreichen. Aber grundsätzlich sei der Konzern gut aufgestellt.

HB SCHROBENHAUSEN. Der Bau- und Maschinenbauhersteller Bauer stellt sich nach einem deutlichen Gewinnzuwachs im vergangenen Jahr auf einen spürbaren Rückgang ein. Im laufenden Geschäftsjahr soll das Nettoergebnis vor Minderheiten mit 74 Mio. Euro das Niveau von 2007 erreichen, teilte die im MDax notierte Gesellschaft am Dienstag im bayerischen Schrobenhausen mit. Im vergangenen Jahr verzeichnete Bauer noch ein Plus von rund 45 Prozent auf 107,5 Mio. Euro. Auch die Gesamtkonzernleistung soll von 1,527 Mrd. Euro auf 1,4 Mrd. Euro schrumpfen.

Der Auftragsbestand war zwar von Mitte des Jahres bis zum Jahresende um 130 Mio. Euro auf 671,6 Mio. Euro abgeschmolzen, Unternehmenschef Thomas Bauer führte dies aber nur zum Teil auf die Wirtschaftskrise zurück. „Analysiert man den Rückgang des Auftragsbestands differenziert, so hängt er neben den Folgen der Krise mit ganz normalen Schwankungen im operativen Geschäft zusammen“, sagte er.

So würde der Spezialtiefbau vom Fertigstellungsgrad von Großprojekten und der Maschinenbau vom veränderten Bestellverhalten wegen kürzerer Lieferzeiten beeinflusst. Robert Greil, Analyst bei Merck Finck, schrieb in einer ersten Analyse, dass die Zahlen größtenteils seine Erwartungen getroffen hätten. Unter dem Strich habe das Unternehmen starke Zahlen vorgelegt und der Ausblick sei ebenfalls positiv. Im frühen Handel legte die Bauer-Aktie 8,80 Prozent auf 27,95 Euro zu.

Trotz Wirtschafts- und Finanzkrise übertraf Bauer leicht seine eigenen Ziele für 2008. Der Umsatz kletterte im vergangenen Jahr um ein Viertel auf 1,291 Mrd. Euro. Der operative Gewinn (EBIT) wuchs um 27,1 Prozent auf 167,5 Mio. Euro. Der Gewinn vor Minderheiten stieg auf 107,5 Mio. Euro nach 74,4 Mio. Euro im Vorjahr. Zum Zuwachs hätten alle drei Geschäftsfelder - Bau, Maschinen und Resources - beigetragen. Die Dividende für 2008 will Bauer mit 1,00 Euro je Aktie stabil halten.

Wachsen konnte Bauer im vergangenem Jahr vor allem im Geschäftsbereich Bau. Die Konzernleistung wuchs um fast ein Drittel im Vergleich zu 2007. Das operative Ergebnis legte um knapp 90 Prozent zu. Dabei profitierte Bauer überwiegend von großen Infrastrukturprojekten im Ausland. Aber auch im heimischen Geschäft gelang es den Schrobenhausenern, nach langjähriger Baukrise die Leistung leicht zu steigern und ein positives operatives Ergebnis zu erzielen.

Im Maschinenbau stieg die Konzernleistung dank der großen Nachfrage nach Baumaschinen um mehr als ein Fünftel im Vergleich zum Vorjahr und das operative Ergebnis erhöhte sich um knapp zwölf Prozent. In dem relativ neuem Geschäftsfeld Resources - Dienstleistungen unter anderem für die Wassergewinnung und Geothermie sowie Leistungen für die Rohstoffgewinnung - kletterte die Leistung dank eines Großauftrags aus Oman um gut ein Fünftel.

Die Bauer Gruppe beschäftigt 2008 etwa 8 600 Mitarbeiter. Weltweit führt Bauer Bautätigkeiten aus und stellt Maschinen und Geräte für den Spezialtiefbau und die Förderung von Bodenschätzen her. Zudem erbringt die MDax-Gesellschaft auch Leistungen im Bereich Umwelttechnik, Bauwerkssanierung, Brücken- und Kläranlagenbau sowie Bergbau und Projektentwicklung. Direkter Konkurrent ist die italienische Trevi.

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