_

Tiefsee-Förderung: Bohrinsel-Drama bedroht das Konzept der Ölriesen

Dem Golf von Mexiko droht nach dem Sinken einer Bohrinsel eine Ölpest. 1,2 Millionen Liter Öl treten derzeit täglich aus der Quelle aus. Elf Männer werden noch vermisst, die übrigen Arbeiter konnten sich in Sicherheit bringen. Für die Ölfirmen ist das Drama mehr als nur ein Weckruf.

LONDON. Nach dem Untergang einer Ölbohrinsel hat sich offenbar ein Ölteppich im Golf von Mexiko gebildet. Experten befürchten eine Umweltkatastrophe, wenn es nicht gelingt, die Ölquelle schnell zu schließen. Im schlimmsten Fall könnten bis zu zweieinhalb Millionen Liter Öl in den Golf fließen und innerhalb von wenigen Tagen die Küste des US-Bundesstaates Louisiana erreichen.

Anzeige

Am vergangenen Dienstag war es auf der Ölbohrinsel, die im Auftrag des britischen Energiekonzerns BP betrieben wird, zu einer Explosion gekommen. Danach brannte die „Deepwater Horizon“ zwei Tage lang wie eine riesige Fackel, über hundert Meter stachen die Flammen in den Himmel. Alle Löschversuche scheiterten. Dann versank die Plattform in den Fluten des Golf von Mexiko. 126 Arbeiten konnten gerettet werden, elf gelten bis heute als vermisst. Dies könnte sich daher zu einem der schlimmsten Unglücke auf einer amerikanischen Ölplattform entwickeln.

Der Grund für die Explosion ist bislang noch nicht geklärt. Tiefwasserbohrungen, wie BP sie auf dieser Unglücksplattform betrieb, gelten aber als kompliziert und risikoreich.

Am Freitag war das ganze Ausmaß des Schadens noch nicht abzuschätzen. Zwar sagte eine Sprecherin der US-Küstenwache: „Im Augenblick kommt kein Rohöl aus dem Bohrkopf.“ Doch allein bisher habe sich ein langer Ölteppich ausgebreitet, der eine Fläche von acht mal 1,5 Kilometer bedeckt. Die Gefahr einer schweren Ölverschmutzung Katastrophe sei nicht gebannt, man sei auf das Schlimmste vorbereitet.

Selbst David Rainey, zuständig für die BP-Ölbohrungen im Golf von Mexiko, verströmt keinen Optimismus: „Es besteht sicherlich die Möglichkeit eines größeren Auslaufens.“ Das klingt nicht gerade ermutigend – was in 1 500 Meter unter der Meeresoberfläche vor sich geht, ist den Experten derzeit noch ein Rätsel.

Da die klassischen Ölquellen nach und nach versiegen, sind Ölkonzerne darauf angewiesen, andere Vorkommen zu erschließen, um den Energiebedarf zu decken – etwa in der Tiefsee sowie in den sandigen Böden Kanadas, wo Öl aus Teersand gefördert werden kann. Dies ist mit mehr Aufwand, höheren Kosten und deutlich größeren Belastungen für die Umwelt verbunden.

Andererseits können Ölfunde in bisher schwer zugänglichen Regionen einigen Ländern zum wirtschaftlichen Aufstieg verhelfen oder diesen festigen. Das gilt beispielsweise für Brasilien. Vor Brasiliens Küste sind die wohl größten Ölressourcen der vergangenen Jahre gefunden worden.

  • 01.05.2010, 01:36 UhrAnonymer Benutzer: werner Schneider

    Die Ölpannen auf den Meeren haben Tradition.
    Sie werden aus der Ferne lediglich als Geld.und Regress-Angelegenheten betrachtet, die man lieber
    verdrängt.
    Das ganze wird schon micht so schlimm und letzten
    Endes noch von Mikroorganismen abgebaut.
    Dass die Lebensqualiät Schaden nimmt und vergiftete
    Nahrung bis zu den Menschen gelangt, man hat sich daran gewöhnt und resigniert.
    Die Öl-Miliardäre bügeln alle bedenken glatt und tun auch weiterhin nur das nötigste für die Sicherung der Umwelt.
    Das muss endlich aufhören - darum empfindliche Geld-
    strafen und beschlagnahmungen der Konten dieser Lebensfeinde.
    Sie müssen endlich ihre Lektion lernen und die heisst:
    Ohne höchste Sicherheit keine Fördererlaubnis.Punkt.

  • Die aktuellen Top-Themen
Logistikspezialist: Rollen, die die Welt bewegen

Rollen, die die Welt bewegen

Im Schatten des Internethandels ist der Fördertechnikhersteller Interroll zum weltweit gefragten Anbieter geworden. Seine Stärke sind robuste und feingesteuerte Systeme - mittlerweile auch jenseits der Versandbranche.

Solarenergie: Sonne liefert Deutschland so viel Strom wie 20 AKWs

Sonne liefert Deutschland so viel Strom wie 20 AKWs

Energiewende und sommerliches Wetter machen es möglich: Deutschland hat eine neue Spitzenleistung bei der Sonnenenergie erreicht. Die Solaranlagen im Bundesgebiet produzierten am Freitagmittag rund 20.000 Megawatt Strom.

Übersee-Stahlwerke: Thyssen-Krupps US-Tochter schwächelt

Thyssen-Krupps US-Tochter schwächelt

Thyssen-Krupps US-Stahltochter schreibt rote Zahlen - und das scheint sich auch in Zukunft nicht zu ändern. Vorstandschef Heisinger glaubt kaum an Besserung, die Entwicklung hänge vor allem von den Stahlpreisen ab.

  • Video

Global 3000 Die Fischer von Limbé

Für die Fischer an Kameruns Küsten werden die Aussichten immer schlechter. Es gibt immer weniger Fische, ausländische Trawler haben die Gewässer fast leer gefischt. Auch die kleine Stadt Limbé leidet unter der Krise.

  • Business-Lounge
Business-Lounge: Die großen Auftritte der Entscheider

Die großen Auftritte der Entscheider

Premieren, Feste, Symposien oder Jubiläen – es gibt viele Anlässe, bei denen die Größen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft im Mittelpunkt stehen. Verfolgen Sie die Auftritte in Bildern.

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DEUTSCHLANDS ANZEIGENPORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Verkaufsangebote Verkaufsgesuche




 

.