Tochter BIS
Bayer verordnet seinem Chemiepark-Betreiber eine Radikalkur

Der größte deutsche Chemiepark-Betreiber schreibt rote Zahlen. Zur genauen Höhe der Verluste hält man sich bei der Bayer Industry Services (BIS) bedeckt. Doch soviel steht fest: Es wird einschneidende Sparmaßnahmen geben.

HB/sgr LEVERKUSEN. Um das schätzungsweise 40 Mill. Euro betragende Minus zu verringern, haben die beiden Eigentümer nun ein umfangreiches Sparpaket vereinbart - Bayer hält 60 Prozent der Anteile, die Ausgründung Lanxess 40 Prozent. Zugleich ist BIS eine von drei Servicegesellschaften innerhalb der Holding der Bayer AG.

BIS ist zuständig für die Infrastruktur an den Standorten Leverkusen, Dormagen, Krefeld-Uerdingen und Brunsbüttel. Auf einer Gesamtfläche von 17 Quadratkilometern stellen über 400 Produktionsbetriebe bis zu 10 000 chemische Produkte her. Zu den Aufgaben der BIS gehören Umwelt- und technische Dienstleistungen, Sicherheit (Werkschutz) und Umweltschutz, Energieversorgung, Entsorgung, Analytik sowie die Aus- und Weiterbildung. Der Umsatz liegt bei 1,6 Mrd. Euro.

"Wir haben eine klare Strategie entwickelt und einen Geschäftsplan für die nächsten Jahre aufgestellt, der für das Jahr 2008 ein ausgeglichenes Ergebnis vorsieht", heißt es in einem Brief von BIS-Geschäftsführer Jürgen Hinz an die Beschäftigten. "Dies ist und bleibt unser erklärtes Ziel. Wir werden deshalb die sofortige Aufnahme von zielführenden Verhandlungen einfordern", hieß es in dem Rundschreiben weiter.

Neben der Ankündigung zur Ausgliederung der technischen Dienste (Instandhaltung), wovon etwa 1 600 der derzeit 6 500 Mitarbeiter betroffen sind, stößt vor allem die Kooperation mit externen Sicherheitsunternehmen und die Schließung der Zentralläger Ende des Jahres auf den Widerstand der Mitarbeiter. Ferner soll die BIS aus der Bayer-Holding ausgegliedert werden.

Das bedeutet für die BIS-Mitarbeiter die Auflösung des Personalverbundes mit den beiden Anteilseignern, was einen Wechsel zwischen einzelnen Bayer-Gesellschaften und Lanxess erschwert. Schon vor einigen Wochen gab es Demonstrationen von BIS-Mitarbeitern, die gegen die sich abzeichnende Sparwelle und für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze protestierten.

Zu den "notwendigen einschneidenden Maßnahmen zur Ergebnisverbesserung", die die BIS-Geschäftsführung den Mitarbeitern nun in dem Rundschreiben vorgestellt hat, gehört auch eine Rückführung des Standortes Brunsbüttel zur Bayer-Sparte Material Sciences. Auf diese Weise können 400 BIS-Mitarbeiter in den Schoß der Mutter zurückkehren.

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