Tochter drückt das Ergebnis
Hochtief schraubt Jahresprognose drastisch zurück

Der Essener Hochtief-Konzern hat wegen der schlechten Entwicklung bei seiner australischen Tochter Leighton seine Prognose für das Gesamtjahr 2004 zurückgenommen. Die Aktie des im MDax gelisteten Unternehmens brach darauf ein.

HB ESSEN. Hochtief werde im laufenden Jahr voraussichtlich ein Ergebnis vor Steuern ausweisen, das um zehn Prozent unter dem des Vorjahres liege, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Essen mit. Der Nettogewinn dürfte nach dieser Schätzung leicht über Vorjahr ausfallen. Bislang hatte Hochtief nach Angaben eines Sprechers beim Ergebnis vor Steuern mit einer Gewinnsteigerung im oberen einstelligen Prozentbereich und beim Nettogewinn mit einem Plus im oberen zweistelligen Prozentbereich gerechnet.

Die Tochter Leighton habe wegen erheblicher Probleme beim Umbau des Bahnhofs in der Millionenstadt Melbourne hohe Risikovorsorge vornehmen müssen, hieß es weiter. Das Nettoergebnis des australischen Baukonzerns sei deshalb im Ende Juni abgelaufenen Geschäftsjahr 2003/04 auf 110 Mill. australische Dollar (66,3 Mill. €) von zuvor 140 Mill. australischen Dollar gesunken. Probleme bei dem Bahnhofsprojekt in Australien hatten bereits das erste Quartal von Hochtief belastet. Auf der Hauptversammlung im Mai hatte Konzernchef Hans-Peter Keitel aber noch erklärt, die Jahresprognose müsse deswegen nicht geändert werden.

Die im Nebenwerteindex MDax notierten Hochtief-Aktien brachen in Reaktion auf die Ankündigung zunächst um bis zu zehn Prozent ein. Am Mittag wurden sie einem schwächeren Gesamtmarkt bei 17,32 € um 7,77 % niedriger gehandelt. Schon im Mai hatten die Aktien auf die bekannt gewordenen Probleme in Australien mit einem Kursrutsch reagiert.

Ein Aktienhändler sprach am Mittwoch dennoch von einer „faustdicken Überraschung“. „So etwas kratzt das Vertrauen in das Unternehmen an“, sagte er. Die Analysten des Brokerhauses equinet bekräftigten ihre Verkaufsempfehlung für Hochtief-Aktien. Aus ihrer Sicht ist es unlogisch, dass Leighton einerseits eine hohe Risikovorsorge trifft, gleichzeitig aber die Gewinnerwartung für das gerade begonnene Geschäftsjahr deutlich anhebt.

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