Tochter Steag soll „nicht um jeden Preis“ abgegebent werden
RAG sieht Alternativen zum Verkauf der Kraftwerkssparte

Der Essener Bergbau- und Chemiekonzern RAG AG erwägt, den Kraftwerksbauer und -betreiber Steag entgegen bisherigen Planungen doch nicht zu verkaufen. Das sagte RAG-Vorstandschef Werner Müller im Gespräch mit dem Handelsblatt.

DÜSSELDORF. „Wenn wir für die Steag einen sehr honorigen Preis bekommen, wird sie zur Begleichung der Schulden eingesetzt. Und wenn nicht, dann behalten wir sie“, erklärte Müller . Es sei außerdem „kein Geheimnis, dass gegenwärtig die Bedingungen für Verkäufe nicht günstig sind".

Die RAG hatte im Frühjahr angekündigt, die Essener Steag gemeinsam mit zahlreichen weiteren Beteiligungen verkaufen zu wollen. Mit den Einnahmen soll 2004 ein Kredit abgelöst werden, mit dem die RAG die Übernahme des Spezialchemiekonzerns Degussa finanziert hat. Insgesamt will sich die RAG im Zuge der Fokussierung auf die Sparten Chemie, Bergbau und Immobilien von Beteiligungen mit einem Umsatz von 6,3 Mrd. Euro trennen, darunter auch Teile des Chemieunternehmens Rütgers.

Vom Grundsatz her stehe der Aufsichtsratsbeschluss zum Verkauf der Steag zwar, sagte Müller. Er habe aber den Satz hinzugefügt: „Nicht um jeden Preis.“ Die RAG sei nicht gezwungen zu verkaufen. Es gebe Alternativen. Aber die müssten mit den Eigentümern der RAG – unter anderem Eon und RWE – besprochen werden. RWE ist allerdings selbst an einer Übernahme der Steag interessiert.

In Branchenkreisen wird die Kraftwerkssparte auf 1,2 bis 1,8 Mrd. Euro geschätzt. Da die RAG nach dem jüngsten Kompromiss mit der Bundesregierung auch langfristig Steinkohle fördern wird, würde der Kohleverstromer Steag gut in das Portfolio des Konzerns passen. Müller bezeichnete den Bau von Stromerzeugungsanlagen als „Kernkompetenz“.

Das Verkaufsprogramm habe erst begonnen, sagte Müller. Es gebe zahlreiche Interessenten, für einzelne Bereiche „sogar aus Übersee“. Im Oktober und November werde man die Kandidaten auswählen, die Einblick in die Bücher bekämen.

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