Tod von Edouard Michelin
Börse hat Vertrauen in Michelin-Führung

Die Aktienmärkte haben nach dem plötzlichen Tod von Edouard Michelin, Chef des weltgrößten Reifenherstellers Michelin, offenbar keine Angst vor einer Führungskrise. Die Michelin-Aktie verlor gestern bei der Eröffnung knapp zwei Prozent, begrenzte im Verlauf den Verlust auf weniger als ein Prozent.

PARIS. Die Michelin-Aktie verlor gestern bei der Eröffnung knapp zwei Prozent, begrenzte im Verlauf den Verlust auf weniger als ein Prozent. Der 42-jährige Firmenpatron Michelin war am Freitag unter bisher nicht geklärten Umständen bei einem Angelausflug vor der Bretagne ums Leben gekommen.

Führungslos ist der Konzern nun nicht: Edouard Michelin führte den Reifenriesen zusammen mit dem 62-jährigen Michel Rollier, der nun das Unternehmen alleine leiten wird. „Unsere strategischen Orientierungen sind klar. Sie bleiben unverändert“, erklärte Rollier am Sonntag. Bruno Lapierre vom Finanzdienstleister Cheuvreux erinnert daran, dass bereits das alte Führungsduo Michelin/Rollier von einem zehnköpfigen Exekutiv-Rat unterstützt wurde. Analysten betonten gestern, dass Michelin mit seiner Strategie, auf hochwertige und damit margenträchtigere Produkte zu setzen, gut aufgestellt sei.

Der plötzliche Tod von Michelin wirft indes ein Schlaglicht auf die Konzernstruktur. Denn kontrolliert wird das Unternehmen von der Compagnie Générale des Etablissements Michelin, einer Kommandit-Gesellschaft auf Aktien. Bei dieser haben die persönlich haftenden Gesellschafter wie Rollier das Sagen, die Aktionäre haben dagegen kaum Rechte. Diese Struktur schützt Michelin zwar auch in dieser schwierigen Zeit vor einer feindlichen Übernahme. Doch die Ballung der Macht in der Hand von wenigen macht das Unternehmen anfällig für Führungskrisen, sollte einer der geschäftsführenden Gesellschafter plötzlich ausfallen.

Die Michelin-Sprecherin beruhigt: „Es gibt keine Eile, einen zweiten Chef zu benennen.“ Schon einmal – zwischen 1940 und 1955 – sei Michelin nur von einem Mann an der Spitze geführt worden. Auch Laurence Parisot, Mitglied im Michelin-Aufsichtsrat, der gestern Abend zusammengekommen ist, meinte, es habe keine Eile mit einer Neubesetzung.

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