Tödlicher Unfall in 2002
Polizei verhaftet Ex-Führungskräfte von Mitsubishi Fuso

Die Polizei in Japan untersuchte den Daimler Chrysler-Nutzfahrzeugpartner Mitsubishi Fuso aufgrund eines tödlichen Unfalls infolge defekter Radnaben. Möglicherweise wurden falsche Angaben zu defekten Fahrzeugteilen gemacht.

HB TOKIO. Im Zusammenhang mit der Rückrufaktion beim Lkw-Bauer Mitsubishi Fuso hat die japanische Polizei Medienberichten zufolge sieben frühere Führungskräfte des Autokonzerns Mitsubishi Motors festgenommen. Ihnen werde Fahrlässigkeit und Fälschung von Konzernberichten vorgeworfen, meldete die Nachrichtenagentur Kyodo am Donnerstag.

Wegen einer fehlerhaften Radnabe hatte der zu Daimler Chrysler gehörende Lkw-Bauer im März 112 000 Lastwagen zurückgerufen. Zuvor hatte das Unternehmen jahrelang Wartungsfehler für die 50 Unfälle verantwortlich gemacht, zu denen es wegen des Fehlers seit 1992 gekommen ist. 2002 kam eine Frau ums Leben, als sie von einem Lkw-Reifen getroffen wurde, der sich wegen einer defekten Radnabe gelöst hatte.

Im Zusammenhang mit dem Unfall durchsuchte die Polizei nun die Fuso-Konzernzentrale. Ein Polizeisprecher bestätigte die Festnahmen. Er sagte aber nicht, um welche Ex-Führungskräfte es sich handelt und was ihnen vorgeworfen wird. Örtlichen Medien zufolge soll der frühere Fuso-Chef Takashi Usami unter den Festgenommenen sein. Usami hatte im April die Konsequenzen aus einem jahrelang verzögerten Rückruf gezogen und war als Chairman zurückgetreten. Der verspätete Rückruf hat in Japan für große Empörung gesorgt, zumal Mitsubishi Motors bereits vor vier Jahren wegen jahrelanger Vertuschung von Kundenbeschwerden aufgefallen war.

Im Zusammenhang mit dem Rückruf stellte das japanische Verkehrsministerium Strafanzeige gegen Mitsubishi Motors und fünf ehemalige und derzeitige Führungskräfte des Konzerns. „Es ist wirklich bedauerlich, dass Mitsubishi das gleiche Vergehen begangenen hat, für das es wegen der Fälschung von Berichten 2000 strafrechtlich verfolgt und verurteilt worden ist“, erklärte das Ministerium.

Fuso ist zu 65 Prozent im Besitz von Daimler Chrysler, 20 Prozent hält der angeschlagene Mitsubishi-Motors-Konzern. Der mit hohen Schulden und Verlusten kämpfende viertgrößte japanische Autokonzern steht unter verstärktem Druck, nachdem sein Großaktionär Daimler Chrysler Ende April die finanzielle Unterstützung aufgekündigt hatte.

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