Tognum-Holding
MTU Friedrichshafen wächst unter neuem Herrn

Die Tognum-Holding um den traditionsreichen Großmotorenbauer MTU Friedrichshafen hat im Geschäftsjahr 2006 einen Rekordumsatz erwirtschaftet. Das Unternehmen hatte erst zum Jahresanfang den Besitzer gewechselt.

HB FRIEDRICHSHAFEN. Wie das Unternehmen am Freitag in Friedrichshafen mitteilte, stieg der Umsatz aufgrund des Ausbaus profitabler Geschäftsfelder um 20 Prozent 2,55 Mrd. Euro. Vor allem der Bereich Schiffsmotoren und Antriebe für die Öl- und Gasförderung habe das Geschäft beflügelt, hieß es. Zum Ergebnis machte Tognum keine Angaben. Konzernchef Volker Heuer sagte: „Unsere Wachstumsstrategie trägt schneller als erhofft Früchte“.

Das Umsatzwachstum bringe auch Beschäftigungseffekte. Weltweit seien 2006 über 370 neue Mitarbeiter eingestellt worden, davon 180 in Friedrichshafen. Tognum beschäftigt derzeit weltweit 7 500 Mitarbeiter, davon 5 200 in Deutschland. Auch 2007 werde die Mitarbeiterzahl steigen, sagte Finanzvorstand Joachim Coers.

Anfang des Jahres hatte Daimler-Chrysler seine Tochter MTU Friedrichshafen für 1,6 Mrd. Euro an den schwedischen Finanzinvestor EQT verkauft. Weitere Anteile hält die Familie der Mitgründer Karl und Wilhelm Maybach. Nach der Übernahme hatte der neue Besitzer die Firmengruppe, zu der neben MTU auch die Marken Detroit Diesel und L'Orange gehören, Tognum getauft.

„EQT hat uns jene finanziellen Spielräume eröffnet, die für ein Wachstum in den bestehenden Geschäftsfeldern und den Markteintritt in neuen profitablen Geschäftssegmenten notwendig waren“, sagte Heuer. „Im vierten Quartal haben vor allem der Motorenabsatz für Schiffe sowie für die von hohen Energiepreisen beflügelte Öl- und Gasförderung überproportionale Wachstumsimpulse gegeben“, stellte der Unternehmenschef weiter fest.

Guter Einstand in China

Mit Motoren der Baureihe 4000 für 30 Rangierloks sei der Einstieg in den weltweit größten Bahnmarkt USA gelungen. Die Aggregate treiben neben Schiffen und Bahnen auch Anlagen zur stationären Energieerzeugung und Muldenkipper an. Für Motoren der Baureihe 2000 zur stationären Energieversorgung habe die MTU zudem in Suzhou/China im Juni 2006 ein Montagewerk in Betrieb genommen, sagte Heuer. Dort wurden im ersten halben Betriebsjahr rund 100 Motoren montiert. In den nächsten beiden Jahren werde die Stückzahl auf 500 Motoren pro Jahr ausgeweitet.

Heuer sagte: „Unser Einstieg in China ist gelungen. Über die zunächst angepeilte Kammlinie von jährlich 500 Motoren hinaus haben wir hier noch Entwicklungschancen.“ Große und mittlere Aufträge seien auch darüber hinaus schon projektiert ­– etwa in Zusammenhang mit den Olympischen Spielen 2008 in Peking. Dazu werden Motoren für die stationäre Stromversorgung von Stadien geliefert.

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