Tomtom
Mehr Komfort für die Käufer

Rein äußerlich lassen sich tragbare Navigationsgeräte kaum noch unterscheiden. Auch im Inneren sind sich die Geräte sehr ähnlich, weil sie oft auf identische Daten zurückgreifen. Weltmarktführer Tomtom ist sich dessen bewusst. Die Niederländer integrieren daher jede Menge neue Anwendungen, mit denen die meisten Wettbewerber nicht aufwarten können.

MÜNCHEN. Tragbare Navigationsgeräte stehen heute in Elektronikmärkten wie selbstverständlich neben Fernsehern und Stereoanlagen. Obwohl es die handlichen Apparate noch gar nicht so lange gibt, ist die Auswahl riesig, fast täglich kommen neue Modelle in die Regale. Den einzelnen Anbietern fällt es da immer schwerer, sich von der Konkurrenz abzusetzen.

Rein äußerlich lassen sich die kleinen Kästen ohnehin kaum noch unterscheiden. Auch im Inneren sind sich die Geräte sehr ähnlich, weil sie oft auf identische Daten zurück greifen.

Weltmarktführer Tomtom ist sich dessen bewusst. Deshalb integrieren die Niederländer jede Menge neue Anwendungen, mit denen die meisten Wettbewerber nicht aufwarten können. Dazu zählen Sicherheitsfunktionen wie eine Datenbank mit Adressen und Telefonnummern für Pannen- und Notfallhilfe oder die Erinnerung an Rechts- beziehungsweise Linksverkehr. So werden Fahrer aus England auf dem europäischen Kontinent darauf aufmerksam gemacht, dass sie auf der rechten Fahrbahnseite fahren müssen.

Doch das ist noch nicht alles: Die neuesten Geräte des börsennotierten Unternehmens aus Amsterdam lassen sich einfach durch Sprachanweisungen steuern. Dadurch wird es für die Nutzer einfacher, die Navis zu bedienen; die Autofahrer können sich ganz auf die Straße konzentrieren.

Ob solche neuen Angebote ausreichen, um die Konkurrenz auf Distanz zu halten, ist allerdings offen. Womöglich sind die Kunden mit den derzeit verfügbaren Funktionen voll und ganz zufrieden. Vielleicht ist den Menschen ein niedriger Preis ja viel wichtiger. Denn um den besten Weg von A nach B zu finden, sind die heute üblichen Geräte voll und ganz in Ordnung.

Das allerdings wäre für Tomtom eine Katastrophe. Für das Unternehmen ist es überlebenswichtig, dass die Kunden die neuen Funktionen und Dienstleistungen wie aktuelle Verkehrsinformationen annehmen und auch dafür bezahlen. Sonst wird sich auf Dauer der hohe Marktanteil von 50 Prozent in Deutschland kaum halten lassen.

Und noch etwas könnte Tomtom gefährlich werden. Die Autohersteller erwachen und rüsten die fest eingebauten Navigationsgeräte auf. Bislang sind die meisten Systeme schon technisch veraltet, wenn die Autos auf den Markt kommen. Das liegt an den langen Entwicklungszeiten der Autobranche. Doch die Industrie ist sich dessen bewusst und sucht zusammen mit High-tech-Konzernen wie dem Chiphersteller Intel nach Lösungen, um das zu ändern. Falls die ins Auto integrierten Systeme dann noch billiger werden als heute, wird das Tomtom zu spüren bekommen.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München
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