Top-30-Unternehmen
Großbritannien: Die Spreu trennt sich vom Weizen

Trotz eines weiteren goldenen Jahres, zeigen Großbritanniens führende Konzerne unter der glänzenden Oberfläche erste Risse. Die internationalen Öl- und Rohstoffkonzerne zeichnen sich im Geschäftsjahr 2007 erneut durch starke Umsatz- und Gewinnzuwächse aus. Handels- und Dienstleistungskonzerne, die den größten Teil ihrer Geschäfte auf der Insel machen, verlieren indes an Schwung. Dieser Trend wird sich im laufenden Jahr nach Einschätzung von Experten deutlich verstärken.

LONDON. Unter den 30 größten Industrie-, Handels-, Dienstleistungs- und Technologie-Unternehmen stellen Rohstoff- und Energiekonzerne zwar nur neun Vertreter, aber mehr als die Hälfte der Umsätze und fast zwei Drittel der Gewinne. Die Hälfte der ersten Liga besteht aus Händlern und Dienstleistern. Die Gruppe, die rund 70 Prozent des britischen Bruttoinlandsprodukts erwirtschaftet, kommt aber nur auf knapp ein Drittel der Umsätze und ein Sechstel der Gewinne. Die sieben Industriekonzerne der Rangliste bestreiten mit rund je einem Sechstel der Umsätze und Gewinne den Rest. Die Finanzbranche, die in der britischen Wirtschaft eine Hauptrolle spielt, bleibt hier wegen der schlechten Vergleichbarkeit der Bilanzen – insbesondere der Umsätze – außen vor.

Zusammengerechnet haben die Top 30 im abgelaufenen Geschäftsjahr ihren Umsatz um knapp zehn Prozent und den Gewinn sogar um 32 Prozent gesteigert. Die Umsatzrendite steigerte sich damit von 8,6 auf beachtliche 10,4 Prozent.

Erneut verzerren gewaltige Schwankungen beim Mobilfunker Vodafone das Bild. Wegen hoher Abschreibungen im Jahr 2006 verbesserte er sein Jahresergebnis um 13 Mrd. Pfund. Rechnet man die Vodafone-Zahlen heraus, bleibt die Umsatzrendite der restlichen Unternehmen bei zehn Prozent stabil, das Gewinnwachstum schrumpft auf elf Prozent.

Dies berücksichtigt, treten die Unterschiede zwischen den Sektoren deutlicher zutage. Es zeigt sich, dass die Rohstoff- und Energiekonzerne im Alleingang für den positiven Gewinntrend sorgen. Sie steigerten ihre Gewinne um 22 Prozent, während die Händler und Dienstleister sechs Prozent weniger und die Industrie sieben Prozent weniger verdiente. Während die Umsatzrendite im Energie- und Rohstoffsektor von zehn auf elf Prozent stieg, schrumpfte sie für den Rest der Unternehmen von neun auf acht Prozent.

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