Top 50
Die deutschen Konzerne fallen zurück

Auftragseinbrüche und magere Umsätze machen besonders deutschen Konzernen zu schaffen. Denn mit dem Stahlproduzenten Thyssen-Krupp und der Deutschen Post verlieren gleich zwei deutsche Konzerne ihren Platz unter den Top 50 im Handelsblatt-Umsatzranking der weltweit größten börsennotierten Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen.

DÜSSELDORF. Dabei kam Thyssen-Krupp sogar noch zu Gute, dass bei den Essenern das Geschäftsjahr bereits im vergangenen September endete. Weil die Aufträge erst seit dem vierten Kalenderquartal 2008 einbrechen, steht der eigentliche Absturz also noch bevor. Ein Wiederaufstieg liegt deshalb in weiter Ferne - genauso wie bei der Post. Der Logistiker spürt die weltweit sinkenden Frachtaufträge, kämpft aber obendrein mit hausgemachten Problemen: Das US-Geschäft lief schon vor der Finanzkrise miserabel. Deshalb zieht sich der Ex-Monopolist zurück. Das schmälert auf Dauer die Umsätze.

Positiv ragt aus deutscher Sicht einzig Volkswagen heraus: Gegen den miserablen Branchentrend überraschte der Autobauer mit höheren Umsätzen. Die Konkurrenz verliert deutlich, selbst die einstige Erfolgsstory Toyota büßt 22 Prozent ein. Die Japaner verlieren sogar mehr als General Motors. Dass sich der Autobauer souverän im Ranking hält, belegt, dass die Amerikaner mehr auf Masse und Umsätze statt auf Gewinn und Margen setzen.

Das gilt nicht nur für GM. Die größte Volkswirtschaft stellt 16 der 50 umsatzstärksten Konzerne und damit eine Firma mehr als im Vorjahr. Doch die Stärke der Amerikaner geht auf Kosten der Gewinne, Margen und des Börsenwerts. Hier ziehen die Europäer davon. Während bei ihnen 6,50 Euro Nettogewinn pro 100 Euro Umsatz hängen blieb, waren es in den USA nur 3,10 Euro.

Bis vor zwei Jahren fuhren US-Konzerne traditionell höhere Margen ein. Grund für den Trendwechsel sind umfangreiche Rabattaktionen, und das längst nicht mehr nur bei den Automobilfirmen. Diese Kaufanreize gehen auf Kosten der Gewinne. So stiegen bei den US-Unternehmen die Umsätze im Krisenjahr 2008 um 21 Prozent, doch die Gewinne brachen um ein Viertel ein. In Europa fielen sie dagegen nur um fünf Prozent.

Investoren reagieren auf die US-Misere. Nur vier der zehn wertvollsten Unternehmen kommen noch aus den USA - so wenig wie noch nie. Auch unter den Top 50 sinkt der Anteil auf ein historisches Tief von 21. Vor zwei Jahren waren es 30 und in den siebziger Jahren sogar 40. Damals stellten die USA neun der zehn wertvollsten Unternehmen.

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