Top-Firmen
Nur wenige Unternehmen verdienen Geld

Wirklich konkurrenzfähige Branchen gibt es in Griechenland nicht, immerhin aber einige profitable Unternehmen. Die größten von ihnen verdienen zusammen nicht einmal halb so viel wie VW.
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DüsseldorfVerlustbranche Nummer eins ist der Bankensektor. Alle Finanzinstitute mussten im abgelaufenen Geschäftsjahr Kredite und Anleihen abschreiben. Zusammen erwirtschafteten die neun großen Institute des Landes einen Nettoverlust von 34 Milliarden Euro, am meisten die National Bank in Athen mit 12,3 Milliarden Euro.

Unberührt von der Krise präsentiert sich der teilprivatisierte Lotto- und Sportwettenanbieter Opap mit einem Nettogewinn von 537 Millionen Euro. Von jedem Euro Umsatz blieben zwölf Cent Reingewinn übrig. Solch eine üppige Marge erreichen im Dax nur SAP und Infineon. Wetten auf Fußball- und Formel-1-Ergebnisse verkaufen sich in der Krise gut. Seit Beginn der Rezession, 2008, hat Opap pro Jahr stets mehr als 500 Millionen Euro netto verdient.

Opap beschert dem Staat Steuereinnahmen, stärkt aber kaum die Wirtschaft. Das gilt auch für Coca-Cola Bottling. Das nach Umsatz drittgrößte Unternehmen verdiente im abgelaufenen Jahr 269 Millionen Euro. Doch die US-Tochter kümmert sich lediglich um das Abfüllen und den Verkauf des amerikanischen Getränks.

Zukunftsträchtige Branchen und große Unternehmen, die der Rezession trotzen, gibt es nicht. Das belegt die Handelsblatt-Bilanzanalyse der 50 größten Unternehmen des Landes und ein Blick auf die Umsätze und Gewinne in 50 Branchen. Insgesamt erreichten die Top 50 in Griechenland einen Jahresumsatz von 64 Milliarden Euro. Der Autobauer VW kam auf 159 Milliarden Euro.

Gewinne erzielten die teilstaatlichen Raffineriebetreiber Hellenic Petroleum und Motor Oil mit zusammen 257 Millionen Euro. Zwei kleine Wasserversorger kommen auf 46 Millionen Euro Nettogewinn, drei Metallfirmen auf 107 Millionen Euro und sechs Einzelhändler auf 140 Millionen Euro.

Doch die Mehrheit - Firmen in den Bereichen Pharma, Medizin, Landwirtschaft, Fischerei, Bekleidung und Nahrungsmittel - rutschte 2011 in die roten Zahlen.

Auch wer den Tourismus für krisenresistent hält, wird enttäuscht. Die Hotelanlagen Astir, Ionian und Lampsa kamen zusammen auf einen Verlust von 15 Millionen Euro. "Griechenland hat kein Produktproblem, aber ein Imageproblem", sagt Mathias Brandes vom Reiseveranstalter Thomas Cook.

Weltweit übertragene Fernsehbilder von Ausschreitungen und landesweiten Streiks belasten den wichtigsten Wirtschaftszweig des Landes. Besserung ist nicht in Sicht: In den ersten beiden Monaten 2012 brachen die Einnahmen der griechischen Tourismusbranche um gut 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr ein.

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