Touch-Screens
Zweiter Großkunde für Balda

Die Quartalszahlen von Balda sind enttäuschend. Und doch liegt das Schlimmste hinter dem Handyausrüster, glauben Analysten. Denn Balda hat auf die richtige Technik gesetzt: Berührungsempfindlichen Bildschirme sind ein Geschäft mit Zukunft.

DÜSSELDORF. Nach einem morgendlichen Schock hat sich die Balda-Aktie am Mittwoch trotz schlechter Quartalszahlen von ihrem Tagestief weitgehend erholt. Die Nachricht, dass der Handyausrüster im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 20,3 Prozent weniger Umsatz erzielte und erneut Verluste schrieb, ließ den Kurs zunächst auf ein Jahrestief von 7,53 Euro einbrechen. Nach ersten Analystenkommentaren stieg die Aktie jedoch wieder und lag zwischenzeitlich sogar im Plus.

„Die Quartalszahlen sind nicht so schlimm wie erwartet“, sagt Tobias Loskamp von der BHF-Bank. „Dafür sehen wir ein riesen Potenzial in 2008.“ Auch die Analysten von Sal. Oppenheim sind optimistisch. „Das Schlimmste liegt hinter uns. Investoren sollten nach vorn schauen.“ Der faire Wert der Aktie liege bei 13 Euro.

Beim Blick nach vorn hat Vorstandschef Joachim Gut keine leichte Aufgabe. Über das, was die Anleger wissen wollen, darf er nämlich nicht sprechen. Seit Monaten ist in der Branche bekannt, dass Balda die berührungsempfindlichen Bildschirme (Touch-Screens) für das weltweit umjubelte iPhone von Apple liefert. Das vermeintliche Marketingpfund, mit dem Balda wuchern könnte, stellt sich aber als Maulkorb dar. Gut würde sich scheinbar lieber die Zunge abschneiden, als das Wort „Apple“ in den Mund zu nehmen.

„Apple versteht in dieser Hinsicht überhaupt keinen Spaß“, sagt ein ehemaliger Mitarbeiter des US-Konzerns. Jeder Zulieferer werde durch drakonische Strafandrohung daran gehindert, die Beziehung zu Apple öffentlich zu kommentieren oder auch nur zu erwähnen.

So kommt es, dass Gut stets nur von „Großkunde“ und „Großauftrag“ spricht, wenn er zu Apple und oder zum iPhone gefragt wird. Dass Balda zum Beispiel die für das zweite Halbjahr erwarteten Umsätze nicht erreichen wird, liege daran, dass „ein Großkunde kurzfristig die Spezifikationen für ein Produkt geändert“ habe. Jeder in der Branche weiß, dass Apple eben genau dies für sein iPhone tat. Trotzdem kommt Gut der Name nicht über die Lippen.

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