Toyota in Europa

Genug gelangweilt

Weltmarktführer Toyota ist in Europa nur ein Autobauer von vielen. Mit mutigeren Modellen wollen die Japaner den Rückstand nun aufholen. „Nie wieder langweilige Toyotas“, verspricht Europa-Vize Karl Schlicht.
Mit dem „Coupé High Rider“, kurz: C-HR, wollen die Japaner auf der SUV-Welle mitschwimmen. Quelle: AFP
Moderner Japaner

Mit dem „Coupé High Rider“, kurz: C-HR, wollen die Japaner auf der SUV-Welle mitschwimmen.

(Foto: AFP)

GenfEs gibt echt Wichtigeres als die Weltspitze – zumindest für Toyota. Bei jeder Gelegenheit betonen die Verantwortlichen des Weltmarktführers, dass man mehr Wert auf Rendite lege. „Wir haben es nicht alleine aufs Volumen abgesehen“, sagt Toyota-Vizepräsident Didier Leroy, der jahrelang auch die Geschäfte in Europa geleitet hat. Doch insgeheim dürfte es Toyota schon wurmen, dass man in Europa längst nicht so stark abschneidet wie in anderen Weltregionen.

Im vergangenen Jahr landeten die Japaner in der EU-Zulassungsstatistik gerade einmal auf dem neunten Platz, der Marktanteil sank sogar leicht auf 4,2 Prozent. Zieht man die Verkäufe der Premiummarke Lexus ab, ist der japanische Rivale Nissan sogar vorbeigezogen – und hat Toyota den Titel als größter asiatischer Autobauer in Europa abgenommen.

Es gibt zwei Gründe, warum Toyota derzeit schwächer wächst als die direkte Konkurrenz. Zum einen haben die Japaner den Trend zum kompakten SUV verschlafen. Mit dem RAV4 bieten sie einen Geländewagen, der weitgehend unspektakulär daherkommt. Wo Nissan mit dem Juke und dem Qashqai Verkaufserfolge feiert, hat Toyota bisher wenig zu bieten. Vor allem ist es aber das biedere Design, das den Japanern das Leben schwer macht.

In Europa verkauft Toyota vor allem sparsame Klein- und Mittelklassemodelle mit Hybridantrieb. Besonders bei Taxifahrern gewinnt die Marke Jahr für Jahr an Beliebtheit. Doch biedere Modelle wie der Auris und der Prius stachen nicht unbedingt hervor im hart umkämpften europäischen Markt. Den Hybridantrieb, den Toyota als erster Hersteller massentauglich anbot, können mittlerweile auch die Franzosen und die Koreaner anbieten.

Mit Wasserstoff auf der Autobahn
Die Zukunft fährt blau
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Der Toyota Mirai soll der erste Schritt einer Wasserstoffoffensive sein. Äußerlich haben die Designer dick aufgetragen - und der Limousine ein futuristisches Äußeres verpasst.

Ein Wassertropfen auf großer Tour
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Optisch soll der Mirai an einen Wassertropfen erinnern - betont durch die dunkelblaue Farbe. Tatsächlich wirkt das Auto im Profil sehr stromlinienförmig.

Wie ein Raumschiff auf Rädern
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Frontal kommt der Mirai deutlich schnittiger daher als alle seine Konzernkollegen. Markante, spitze Lufteinlässe, schmale LEDS-Scheinwerfer. Das wirkt grimmig und futuristisch zugleich.

Der Haken an der Sache
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Die massiven Lufteinlässe sind nicht nur optisch auffällig, sie sorgen für die Luftzufuhr der Brennstoffzelle. Um die Optik aufzuwerten, wurde viel Chrom und eine LED-Leiste verbaut.

Dezenter Hinweis
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Laien können dem Mirai nicht unbedingt ansehen, mit welchem Treibstoff er unterwegs ist. Aufschluss gibt nur die Aufschrift "Fuel Cell" , die an der Seite und am Heck angebracht wurde.

Wo ist der Auspuff?
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Am Heck sitzt sich das Dreiecksdesign fort. Eine durchgezogene Bremsleuchte und kantige Rückleuten machen den Mirai auch von hinten zum Hingucker. Nur einen Auspuff muss man suchen (Spoiler: dazu sollte man sich bücken)

Zurück in die Zukunft
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Mirai das heißt japanisch so viel wie "Zukunft". Und tatsächlich hat Toyota mit dem Modell noch große Ambitionen. Im Jahr 2030 sollen bereits 30.000 Exemplare des Mirai im Jahr verkauft werden.

Vor allem macht den Japanern der niedrige Ölpreis zu schaffen. Die Preise an der Tankstelle liefern derzeit wenige Argumente, sich einen Hybrid zuzulegen. Derzeit kann Toyota darum auch noch nicht vom Vertrauensverlust in den Diesel profitieren. Die pure Vernunft, die Toyota in den vergangenen Jahren verkörperte, ist derzeit nicht besonders lukrativ. „Keine langweiligen Toyotas mehr“, verspricht darum Karl Schlicht, Toyotas Vizechef in Europa auf dem Genfer Autosalon.

Beim Prius, dem ewigen Biedermann, haben die Japaner schon vor einigen Wochen optisch nachgelegt, um das Modell interessanter zu machen. Auch der Motorsport soll künftig eine deutlich größere Rolle spielen. Und mit dem „Coupé High Rider“ oder kurz C-HR, zeigen die Japaner in Genf, dass sie auch mutig sein können.

Das neue Gesicht des Weltmarktführers kommt deutlich aggressiver, futuristischer und sportlicher daher als alle seine Markenkollegen. Für den deutschen Markt wurden nach Angaben der Japaner 14.000 Exemplare reserviert. „Wir wissen, dass wir spät dran sind“, sagt Schlicht. Trotzdem ist man verhalten optimistisch, dass der C-HR einschlagen könnte. Im Bereich der kompakten SUV soll der C-HR den Rückstand aufholen – und Nissan auf die Plätze verweisen.

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